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Fliegendes Klassenzimmer

Fakt oder Fake? GHJS-Volontärinnen im TechCamp

Drei Tage Konferenz mit interessanten Menschen, spannenden Themen und direkt vor der herrlichen Kulisse des Starnberger Sees. Das war das TechCamp an der Politischen Akademie in Tutzing, für das sich wir, drei Volontärinnen der Augsburger Allgemeinen – Leonie Küthmann, Mareike König und Maria Heinrich –, beworben hatten und ausgewählt worden waren. Das Thema der dreitägigen Veranstaltung: Fakt oder Fake?

Zusammen mit 50 Teilnehmern, darunter Journalisten, Lehrer, Wissenschaftler und Unternehmer haben wir uns in Seminaren, Workshops und Gruppenarbeiten mit verschiedenen Aspekten des Themas Fake News auseinandergesetzt. Was sind Fake News? Wie werden sie eingesetzt? Mit welchen Werkzeugen erkennt man gefälschte Bilder oder Videos?  Welche Organisationen arbeiten daran, Desinformationen aufzudecken?

Die Herausforderung für die Volontärinnen: Challenges überwinden und eigene Projekte erarbeiten

Bei kurzen Vorstellungsrunden erklärten, die „Trainer“, welche Themen in ihrem jeweiligen Workshop bearbeitet werden.

Veranstalter des TechCamp waren die Akademie für Politische Bildung in Tutzing und das US-Generalkonsulat in München, das neben der Finanzierung des Camps auch die Förderung einzelner Projekte übernimmt. Denn das war letztlich das Ziel des TechCamps: in kleinen Gruppen sogenannte Challenges erarbeiten und konkrete Projekte entwickeln, die mit der Förderung des Konsulats auch umgesetzt werden können.

Im TechCamp war alles auf Englisch. Am Anfang kostet das Überwindung

An unserer Seite standen sieben Trainer, die aus der ganzen Welt angereist waren: USA, UK, Kirgisistan, Tschechien, Polen, Bosnien-Herzegowina und Ukraine. Auch die Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Ländern, unter anderem aus Tschechien, Israel, Frankreich, und Deutschland. Die Konferenz fand deshalb durchgehend auf Englisch statt. Das war für mich anfangs eine Herausforderung, aber wenn man die ersten Hemmungen abgelegt hat und sich alle näher kennengelernt haben, kommt das Englisch irgendwann ganz leicht über die Zunge.

In kleinen Gruppen erarbeiteten wir Ideen, wie man gegen Fake News vorgehen könnte …

… und präsentierten diese dann dem Plenum.

Jeder von uns durfte drei Sessions á 90 Minuten besuchen. Die Schwerpunktthemen, über die wir mehr lernen wollten, waren zum Beispiel: emotionale Sprache und künstliche Intelligenz, Recherchetools für Bilder, Videos, Facebook und Twitter, Tipps und Tricks, um Desinformationen zu erkennen und zu entlarven. Zwischen den Sessions eingeplant waren immer zahlreiche Pausen, in denen wir uns mit den anderen Teilnehmer ausgetauscht haben. Die Themen waren so abwechslungsreich, dass es immer Diskussionsbedarf gab.

Das sagen die Volontärinnen der Günter Holland Journalistenschule zum TechCamp:

Leonie Küthmann: „Das TechCamp war definitiv eine Bereicherung – nicht nur, um den eigenen Blick für Falschinformationen zu schulen, sondern auch, weil sich viele der Tools und Debunking-Strategien leicht in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Diese Tools und Strategien zu kennen und weiterzuverbreiten, ist ein erster Schritt, wenn es darum geht, eine Fakt-Checking-Kultur in deutschen Redaktionen zu etablieren – und das ist dringend nötig!“

Maria Heinrich: „Die Atmosphäre im TechCamp war einzigartig: geprägt von geballter Kreativität und Motivation und dem Wunsch der Teilnehmer, den Journalismus und die Medienlandschaft weltweit ein Stückchen besser zu machen. Selten hat man im Arbeitsalltag die Gelegenheit, sich so intensiv und im Austausch mit anderen Menschen, die nicht alle in der Journalisten-Bubble leben, über Fake News zu unterhalten. Klasse war außerdem, dass wir eigene Projekte entwickeln durften, die eventuell sogar gefördert werden.“

Mareike König: „Ich fand das TechCamp toll. Besonders gefallen hat mir, dass so viele Trainer und Teilnehmer aus Osteuropa da waren. Diese Länder fallen manchmal etwas unter den Tisch. Und man hat ja eigentlich ein Bild im Kopf, dass es dort in den Medien nicht so gut läuft. Aber es gibt viele Menschen, die sich dort  innovativ für den Journalismus einsetzen. Es war für mich besonders spannend, mit welchen Recherchetools sie im investigativen Bereich arbeiten. Dazu haben wir ja leider in unserem Alltag nicht so oft Gelegenheit.“