Kategorie: Nach Redaktionsschluss

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Medien im Wandel – Volontäre in der Krise?

Printjournalismus – hat das überhaupt noch einen Sinn? Die vergangenen Jahre waren voll von Schwarzmalereien, Prophezeiungen – „Print is dead!“ – und Warnungen: „Werde bloß nicht Journalistin!“. Nicht nur ich als Volontärin der Günter Holland Journalistenschule habe mir die Frage nach der Zukunft von Print immer wieder gestellt, auch bei der Sommertagung des Politischen Clubs war sie ein zentrales Diskussionsthema. Drei Tage lang haben Journalisten, Verleger und Politiker über das Thema „Medien im Wandel – Medien in der Krise?“ referiert. Und ich mittendrin, als einer der wenigen jungen Menschen.

Printjournalismus – hat das überhaupt noch einen Sinn? Die vergangenen Jahre waren voll von Schwarzmalereien, Prophezeiungen – „Print is dead!“ – und Warnungen: „Werde bloß nicht Journalistin!“. Nicht nur ich habe mir die Frage nach der Zukunft von Print immer wieder gestellt, auch bei der Sommertagung des Politischen Clubs war sie ein zentrales Diskussionsthema. Drei Tage lang haben Journalisten, Verleger und Politiker über das Thema „Medien im Wandel – Medien in der Krise?“ referiert. Und ich mittendrin, als einer der wenigen jungen Menschen.
Aber von vorne: Im Jahr 2015 war ich zum ersten Mal auf einer Tagung in der Evangelischen Akademie in Tutzing. Überzeugt von den Vorträgen, den Gesprächspartnern und nicht zuletzt vom Tutzinger Schloss habe ich auch in den Jahren danach immer wieder die Angebote des Politischen Clubs studiert. Als ich dann die diesjährige Sommertagung entdeckte, war klar: Ich muss da hin! Also habe ich mich sofort an den Laptop gesetzt und versucht, einen der begehrten Plätze zu ergattern. Sechs Stunden später im Postfach: „Ihre Anmeldung für die Sommertagung des Politischen Clubs wurde bestätigt“. Im Anhang das Programm mit den Referenten, darunter die Verlegerin der Augsburger Allgemeinen, Alexandra Holland.

Medien in der Krise – auch für Volontäre ein wichtiges Thema

Mit der Deutschen Bahn ging es an den Starnberger See. Gefühlte 50 Minuten Schlaf, dann stand in der Früh schon der erste Vortrag an: Georg Mascolo, ehemaliger Chefredakteur des Spiegel, referierte über das Thema „Was ist seriöser Journalismus in hektischer und misstrauischer Zeit?“ und konstatierte: „Verleger, Chefredakteure und Intendanten müssen diejenigen einstellen, denen ein Credo wichtiger ist als ein Ego.“ Ist es nicht auch das, worum es im Lokaljournalismus geht? Die Sorgen der Menschen zu verstehen und die Geschehnisse vor Ort realistisch abzubilden, anstatt in sprachlichen Ergüssen zu beweisen, was für eine extrem gebildete Edelfeder man ist?

Volontärin Leonie Küthmann bei der Sommertagung des Politischen Clubs in Tutzing. Foto: Andreas Kreiser

Überhaupt der Lokaljournalismus – ein Aspekt, den ich in vielen Fragen angesprochen habe und auf den ich interessante Antworten bekommen habe. Von Dr. Peter Frey, dem Chefredakteur des ZDF, beispielsweise: „Ich habe vor den Kollegen im Lokalen höchsten Respekt. Es ist sicher oft nicht einfach, wenn man einen Gesprächspartner durch einen kritischen Beitrag verärgert und ihn am selben Tag beim Bäcker trifft.“ Kommt das jemandem bekannt vor?

Die Zukunft der Printmedien, auch der Augsburger Allgemeinen, wurde auf der Sommertagung diskutiert

Und da wären wir schon mitten in unserem Volo-Alltag und beim Thema, das uns als junge Volontäre am meisten beschäftigt: „Welche Zukunft hat die Zeitung?“ Diese Frage bildete den Aufhänger für den Vortrag von Alexandra Holland. Als Einstieg wählte die Verlegerin der AZ das Aussterben der US-amerikanischen Regionalzeitungen: In den Vereinigten Staaten gäbe es immer weniger Regionalzeitungen, also weniger Lokaljournalisten bei Sitzungen der politischen Gremien. Die Folge: „Die Korruption steigt, wo die Wächterfunktion der Presse fehlt.“ Ein Problem, das es auch in Deutschland gibt? „Nein, solange die Regionalzeitungen Zukunft haben“, so das klare Statement von Alexandra Holland. Und Zukunft hätten die Regionalzeitungen, denn: „Das Vertrauen der Menschen in die Tageszeitungen hat in den vergangenen Jahren wieder zugenommen.“ Damit das so bleibt, brauche es einen „partnerschaftlichen Dialog mit den Lesern“, aber auch „starke Redaktionen“. Auch die berufliche Zukunft für Journalisten sieht Alexandra Holland positiv: „Es war noch nie so leicht, Journalist zu sein.“ Heutzutage gäbe es so viele Kanäle, um die Menschen zu erreichen, so viele Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten werden momentan auch bei der AZ genutzt: Der neue Podcast „Bayernversteher“ und das „Augsburger Allgemeine Forum – Live“ sind nur zwei Beispiele.

Wer in Zukunft gerne interessante Vorträge hören, bekannte Persönlichkeiten treffen und viel, viel diskutieren will, der sollte sich definitiv für eine Veranstaltung in Tutzing anmelden! Dass man auch noch im Schloss schläft und morgens mit Blick auf die oberbayerischen Alpen baden gehen kann, ist natürlich auch ein nicht zu verachtender Nebeneffekt… Außerdem würde es den Veranstaltungen in Tutzing nicht schaden, wenn noch mehr jüngere Leute anwesend wären!

Zwischen den Vorträgen ist immer Zeit, um einen Kaffee im Innenhof des Schlosses zu genießen. Foto: Küthmann

Früh aufstehen lohnt sich: Sonnenaufgang am Starnberger See. Foto: Küthmann

 

Nach Redaktionsschluss

Wer arbeitet, darf auch mal Urlaub machen

So spannend das Volontariat auch ist, hin und wieder ist eine kleine Pause vom Redaktionsalltag nötig. Und wo könnte man besser abschalten als im Urlaub? Franziska Wolfinger berichtet über ihre erste Reise während der Redakteursausbildung, die sie von Illertissen nach Bali führte.

Das erste Jahr meines Volontariats bei der Augsburger Allgemeinen verbringe ich in der Lokalredaktion Illertissen. So spannend das auch ist, hin und wieder ist eine kleine Pause vom Redaktionsalltag nötig. Und wo könnte man besser abschalten als im Urlaub?

Neue Länder kennen lernen und fremde Orte entdecken – das hat mir schon immer viel Spaß gemacht. Während des Studiums war mein persönlicher Reiseradius aus finanziellen Gründen aber auf Europa beschränkt. Und trotz Nebenjob waren die Trips doch immer von den Eltern subventioniert. Urlaub bisher war also auch der Versuch, mit möglichst wenig Geld auszukommen, dabei aber möglichst viel zu sehen und zu erleben. Entsprechend geizig war ich dann auch unterwegs. Übertrieben geizig könnte man wohl auch sagen. Etwa damals in Irland, als ich kein neues Bargeld mehr vom Bankautomaten holte, weil ich mir die Abhebegebühren im Ausland sparen wollte. Die letzten beiden Urlaubstage gab es dann nur noch die Ein-Euro-Hamburger einer bekannten amerikanischen Fastfood-Kette zu essen…

Der erste Urlaub ohne Geldsorgen

Umso angenehmer war dann der erste Urlaub mit, dank des Vologehalts, angenehm gefülltem Bankkonto. Als Reiseziel habe ich mir mit einer Freundin ganz spontan Bali ausgesucht und dann fast so spontan die Flüge gebucht. Denn der Chef muss ja auch sein Okay geben, bevor der Volo für drei Wochen in den Urlaub verschwindet.

Foto: Franziska Wolfinger

Auf Übernachtungen in billigen Hostels haben wir bei unserer Rundreise über die Insel verzichtet. Stattdessen haben wir bei einigen teureren Freizeitangeboten mitgemacht, zum Beispiel einer Schnorcheltour auf der Nachbarinsel. Und die hat sich wirklich gelohnt. Neben den üblichen kleinen bunten Fischchen haben wir auch Mantarochen und Meeresschildkröten gesehen. Spannend war auch die Besteigung eines aktiven Vulkans, an dessen Krater an mehreren Stellen heißer Dampf aus den Felsspalten austritt.

Bali: Schnorcheln statt Recherchieren, Tempel statt Redaktion

Kulturell hat Bali ebenfalls einiges zu bieten. Nicht umsonst wird die Insel als Insel der 1000 Tempel bezeichnet. So viele, wie wir gesehen haben, kommt mir die Zahl fast wie eine Untertreibung vor… Wir waren zumindest fast jeden Tag in einem, oft in mehreren.

Übrigens: Auf Fastfood haben wir in diesem Urlaub komplett verzichtet. Stattdessen gab es öfter mal ein Drei-Gänge-Menu mit frischen Garnelen am Strand. So hat sich der Urlaub auch aus kulinarischer Hinsicht wirklich gelohnt.

Foto: Franziska Wolfinger

Und dass sich die Kollegen dann tatsächlich freuen, wenn der Volo wieder aus dem Urlaub zurückkommt, ist auch eine nette Anerkennung seiner Arbeit.

Nach Redaktionsschluss

Ein Sommernachts-Grillen unter Volontären

Kein Sommer ohne Grillpartys – und was wären wir für ein Volontärs-Jahrgang, wenn wir nicht ein kleines Barbecue organisiert bekämen. Zumal wir in unserem zweiten Ausbildungsjahr alle im Raum Augsburg wohnen und arbeiten. Da könnten wir die Sommernacht ohne Gedanken an weite Heimfahrten und den nächsten Arbeitstag bei ein paar Radlern und leckerem Essen genießen. Oder?

Kein Sommer ohne Grillpartys – und was wären wir für ein Volontärs-Jahrgang, wenn wir nicht ein kleines Barbecue organisiert bekämen. Zumal wir in unserem zweiten Ausbildungsjahr alle im Raum Augsburg wohnen und arbeiten. Da könnten wir die Sommernacht ohne Gedanken an weite Heimfahrten und den nächsten Arbeitstag bei ein paar Radlern und leckerem Essen genießen. Oder?

Die Organisation des Grillabends hat es in sich. Wie viel Fleisch muss pro Volo eingekauft werden? Wer macht welchen Salat? Und vor allem: Wie viele von uns zwölf sind überhaupt dabei? Manche Frage bleibt für Gastgeberin Ida auch ein paar Stunden vor dem geplanten Volo-Grillen noch unbeantwortet. Dabei ist die organisationserfahrene Altvolontärin, die bereits die Weihnachtsfeier der Volos geplant hat, zweifelsohne die Bestbesetzung für die Koordination solcher Ereignisse.

Organisiert wird bei Ida immer mit viel Vorlauf, aber genügend Flexibilität und Spontaneität für Last-Minute-Ideen und Engagement ihrer Kollegen. Die meisten von ihnen sind nämlich erst am Vortag auf die Idee gekommen, Ida zu fragen, ob sie etwas mitbringen dürfen. Aber die Gastgeberin bleibt entspannt. Ohne Aufregung nimmt sie zur Kenntnis, dass zwei versprochene Salate erst verspätet auf ihrer Terrasse ankommen und ein anderer gar nicht mehr.

Denn Ida hat vorgesorgt: Mit einem Nudel- und einem Kartoffelsalat, vier verschiedenen Sorten Fleisch und Grillkäse sowie Bier, Radler und Säften empfängt sie ihre Gäste, noch bevor die Insalata Caprese, der Gurken-Feta-Salat, das Couscous oder das Fladenbrot eintreffen.

Nach dem Essen ziehen Gastgeberin und Gäste von den Bierbänken im Hof in den Garten um, wo uns eine gemütliche Sitzecke und ein gar nicht allzu kleiner Swimming Pool erwarten. Zu schade, dass Ida bei der Einladung nichts von Bikini und Badehose erwähnt hat. Nackt traut sich nämlich auch in der Dunkelheit niemand, in den Pool zu springen. Umso besser laufen dafür die Gespräche.

Ob unser Volo-Jahrgang ein so üppiges Sommernachts-Grillen auch ohne Ida auf die Beine gestellt hätte, darüber lässt sich spekulieren. Wahrscheinlich hätte es allein an einem Gastgeber gefehlt, der sein beneidenswertes Zuhause einen Abend lang teilt.