Kategorie: Jeden Tag ein Abenteuer

Jeden Tag ein Abenteuer

Helau, der Volontär feiert Rosenmontag!

Der Rosenmontag ist auch im bayerisch-schwäbischen Donauwörth ein großes Event. Bild: Alexander Millauer

Den größten Teil des ersten Jahres Jahr absolvieren die Volontäre der Günter Holland Journalistenschule im Lokalen. In den bayerisch-schwäbischen Orten ist der Fasching dort oft ein wichtiger Bestandteil im Jahreskalender. Auch die Redakteure schließen sich dem bunten Treiben gerne an, wie Volontär Alexander Millauer festgestellt hat

Wer denkt, der Rosenmontag wäre sei nur im Rheinland ein Tag im Ausnahmezustand, der hat sich wohl noch nie in bayerisch-schwäbischen Gefilden aufgehalten. Gefühlt hat die halbe Stadt Donauwörth – eine ein Ort mit rund 20.000 Einwohnern nahe Augsburg, in dem ich mein erstes Jahr des Volontariats absolviere – heute frei. Nur wir Zeitungsmenschen scheinen zu arbeiten – den Spaß am Fasching lassen wir uns trotzdem nicht nehmen. Schon beim Bäcker, bei dem ebenfalls gearbeitet wird und wo ich mich standesgemäß mit Krapfen für die ganze Redaktion ausstatte, erblicke ich morgens um 10 die ersten kostümierten Gestalten.

Die Redaktion ist verkleidet

Und auch meine Kollegen schlüpfen heute in andere Rollen. Der Chef vom Dienst ist heute ein Malle-Urlauber, die Sekretärin erscheint im Wild-West-Outfit, die Chefin kommt mit Strohhut zur Arbeit, und ich berichte heute im 80er-Jahre-Style. Ohne Verkleidung würde ich an diesem Tag aber auch wirklich auffallen. Schließlich spricht mein Terminkalender eine klare Sprache: In Donauwörth wird Tandlerfasching gefeiert – Tausende strömen verkleidet in die Stadtmitte. Auf der Bühne tanzen Showtänzer und Gardemädchen aus ganz Bayern. Sogar das Prinzenpaar aus München ist angereist. Es ist das größte Gardetreffen im süddeutschen Raum. Unten vor der Bühne wird kräftig gefeiert – um 12 Uhr geht die Party los, und bis in die späten Abendstunden stoßen die Donauwörther auf den Rosenmontag an.

Redakteure und der Volontär feiern den fasching standesgemäß in bunten Outfits. Foto: Manuel Wenzel

Im besten Fall bedient man der Volontär alle Kanäle – von Online-Videos bis zum Print-Artikel

Für mich als Volontär ist das die erste Bewährungsprobe. Wichtigste Arbeitsutensilien an diesem Tag: Smartphone und Kamera. Denn das Interview mit dem Präsidenten des Donauwörther Faschingsvereins, gibt es nicht nur am nächsten Tag in der Zeitung zu lesen – sondern bereits um kurz vor 12 Uhr live auf Facebook zu sehen. Auch darauf werden wir Volontäre geschult, möglichst crossmedial zu arbeiten und alle Kanäle zu bedienen. Viele, die noch auf der Arbeit sind, klicken rein und sammeln online die ersten Eindrücke.
Die nächsten Stunden gleichen einem Etappenlauf. Überall entdecke ich kreativ verkleidete Menschen – von Obelix bis zum Pfarrer. Der Satz, den ich heute am häufigsten benutze ist so kurz wie effektiv: „Darf ich schnell ein Foto von Ihnen machen?“ Und zack, sind die ersten 100 Bilder gespeichert. Flink eile ich die wenigen hundert Meter in die Redaktion zurück, um die erste Bildergalerie anzulegen.
Stressig kann es da schon mal werden, wenn man sich um Videos, Fotos und den Text gleichzeitig kümmert. Schlechte Laune kann bei den ganzen vielen gut gelaunten Menschen aber besonders an diesem Tag gar nicht aufkommen. Und Zeit, um mit den Kollegen Krapfen zu essen, bleibt immer noch genug.

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Volontär macht jetzt Fernsehen

Meine Volontärs-Betreuerin Simone Bronnhuber beim Videodreh. Foto: Stefanie Sayle

Ein Volontariat bei der Augsburger Allgemeinen findet ein Jahr in einer Lokalredaktion statt. Um zukünftigem Nachwuchs zu zeigen, dass Lokaljournalismus mehr ist, als nur Kaninchenzüchter zu besuchen und Hände zu schütteln, gibt es bald einen Imagefilm der Augsburger Allgemeinen.

Das Leben eines Lokaljournalisten glitzert nur so vor Glamour – Händeschütteln mit dem neuen Stadtpfarrer, Fotografieren des schönsten Kaninchens im Landkreis und abends ein Video vom Auftritt der örtlichen Blaskapelle. Spaß beiseite: Lokaljournalismus ist ein vielfältiger und anspruchsvoller Beruf, der stressresistente und aufgeschlossene Journalisten braucht. Und 2018 fordert er nebenbei noch eine Prise digitaler Kompetenzen – WhatsApp, Facebook und Co. wollen bedient sein. Und unter anderem darum geht es in einem neuen Imagefilm der Augsburger Allgemeinen.

Ein zweites Bewerbungsgespräch für den Volontär der Augsburger Allgemeinen

Er wird zukünftig Schulklassen und anderen Besuchergruppen der Zeitung gezeigt und wurde in der Lokalredaktion Dillingen gedreht. Meine Wenigkeit durfte dabei sein. In einem Gespräch mit Stefanie Sayle, der Geschäftsführerin der Medien Akademie Augsburg, sollte ich meine Entscheidung, Journalist zu werden, darlegen. Im Vorfeld erhielt ich ein Skript mit drei Fragen, auf die ich meine Antworten beinahe auswendig lernte – nur um dann zu improvisieren. Um es nicht zu einfach zu machen, waren während des Gesprächs zwei Kameras auf uns gerichtet – in die wir keinesfalls blicken durften. Und ja nicht verhaspeln, zu schnell reden oder zu gestelzt (gerade letzteres beherrsche ich ausgezeichnet, sofern ich das wünsche). Nachdem das Bewerbungsgespräch mit Frau Sayle erneut, wie im Juli während des Bewerbertags für das Volontariat, glatt über die Bühne ging, begleiteten  Kameras die gesamte Redaktion während der Morgenkonferenz. Eine Stunde angestrengt in keine Linse blicken oder auf Kommando zu lachen, machte diese Konferenz zu einer besonderen Herausforderung. Immer wieder gab es Unterbrechungen, musste dieser Satz wiederholt oder jener Blick in die Kamera geworfen werden.

Entspannung findet der Volontär beim Jahresgespräch

Anschließend entließ uns das Filmteam erneut in die unbeschwerte Welt journalistischen Arbeitens – bis auf meine Volo-Betreuerin, Simone Bronnhuber. Sie verbrachte ihren Arbeitstag damit, zukünftige Zuschauer mit auf eine Reise durch den Arbeitsalltag im Lokalen zu nehmen. Landrat und Oberbürgermeister interviewen, bei einem Unfall vor Ort sein – Termine und Ereignisse, die jeder von uns Volontären kennt. Für mich stand an diesem Tag ein weiterer Termin der besonderen Art an: Das Jahresgespräch mit Frau Sayle. Völlig entspannt, ohne künstliches Lachen, ohne Drehbuch.

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Am Wahlabend aus der ersten Reihe berichten

Die drei Volontäre der Augsburger Allgemeinen im bayerischen Landtag: Stephanie Lorenz, Denis Dworatschek und Judith Roderfeld (von links). Foto: Julian Burmann

Drei Volontäre der Augsburger Allgemeinen erleben im bayerischen Landtag hautnah mit, wie eng Glück und Leid zusammen liegen – und wie Journalisten live darüber berichten

Versteinerte Gesichter. Stille. Einige Anhänger der SPD kämpfen sogar mit den Tränen. Gerade eben wurden die ersten Prognosen der bayerischen Landtagswahl auf dem großen Fernseher gezeigt. Magere zehn Prozent erreichen die Genossen. In einem anderen Raum herrscht dagegen grenzenlose Begeisterung. Die Grünen feiern ausgelassen ihr starkes Ergebnis. So eng liegen Glück und Leid zusammen – und mittendrin sind an diesem Wahlabend drei Volontäre der Augsburger Allgemeinen.

Sie filmen, interviewen und fotografieren. Dann schreiben sie noch ein oder zwei Zeilen dazu – und schon steht das Ganze live im Internet. Um sich im Labyrinth des bayerischen Landtages zurecht zu finden, zeigt ihnen vorab Uli Bachmeier alle wichtigen Räumlichkeiten. Der München-Korrespondent schüttelt dabei mal hier und da eine Hand, gibt wertvolle Tipps, worauf die Drei achten sollen und wer für die Bewirtung im Landtag zuständig ist.

Viel Austausch zwischen den Medienvertretern

Zwischen all den Medienvertretern kann es auch mal ruppig werden. Und die drei Volontäre müssen ihre Ellenbogen einsetzen, um sich durch die Mengen zu kämpfen. Dabei kann es manchmal nicht schaden, einfach durch den Landtag zu laufen und sich mal eine kurze Auszeit zu gönnen. Wie durch Zufall laufen einem dann vielleicht der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl über den Weg oder die SPD-Kandidatin Natascha Kohnen. Im Gespräch mit anderen Medienvertretern erfährt man so manche wichtige Information. Wann kommt wer wo hin.

Im Steinernen Saal im bayerischen Landtag tummeln sich verschiedene Medienvertreter. Alle warten auf die ersten Hochrechnungen. Foto: Denis Dworatschek

Nach gut drei Stunden tickern, lösen sich nach und nach die einzelnen Wahlveranstaltungen der Parteien auf. Die Anhänger gehen entweder enttäuscht nach Hause oder feiern noch bis spät in die Nacht auf den Wahlpartys. Für die Fernsehteams ist dann auch meistens Schluss. Im Foyer, wo ein großes Buffet aufgebaut ist, findet man sie beim Diskutieren, Trinken und Essen. Die Zeitungsjournalisten dagegen hacken wie wild auf ihre Laptops ein, der baldige Andruck sitzt ihnen im Nacken.

Im Erdgeschoss des bayerischen Landtag ist ein großes Buffet aufgebaut. Foto: Denis Dworatschek