Kategorie: Jeden Tag ein Abenteuer

Alles, was uns bewegt Jeden Tag ein Abenteuer Uncategorized

Traum-Termin für tierliebe Volontäre


Warning: array_filter() expects at most 2 parameters, 3 given in /data/wwwcust/ne2-9188/html/blog/wp-content/plugins/jw-player-7-for-wp/includes/jwppp-functions.php on line 64

Ja, wir arbeiten viel. Schreiben, fotografieren, filmen, posten, redigieren, Seiten bauen, Interviews führen, Seminare besuchen. Kein Tag ist wie der nächste und kein Termin gleicht dem anderen. Und wenn man ehrlich ist, gibt es Termine, die schöner sind als andere. Und bei mir persönlich sind das alle Termine, die irgendwie mit Tieren – speziell mit […]


Warning: array_filter() expects at most 2 parameters, 3 given in /data/wwwcust/ne2-9188/html/blog/wp-content/plugins/jw-player-7-for-wp/includes/jwppp-functions.php on line 64

Ja, wir arbeiten viel. Schreiben, fotografieren, filmen, posten, redigieren, Seiten bauen, Interviews führen, Seminare besuchen. Kein Tag ist wie der nächste und kein Termin gleicht dem anderen. Und wenn man ehrlich ist, gibt es Termine, die schöner sind als andere. Und bei mir persönlich sind das alle Termine, die irgendwie mit Tieren – speziell mit Pferden – zu tun haben. In meiner Zeit an der Günter Holland Journalistenschule hatte ich schon Termine auf diversen Bauernhöfen, auf einer Freilandfarm für Hühner und bei einer Rehaklinik für Pferde. Dass ich gerade in letzterem Fall diese Treffen mit den Interviewpartnern immer für Frühjahr geplant habe, ist natürlich reiner Zufall. Es liegt auf keinen Fall daran, dass im Frühjahr Fohlenzeit ist …

Volontäre der Günter Holland Journalistenschule machen auf Terminen oft auch tierische Bekanntschaften

Journalismus macht noch mehr Spaß, wenn Pferde involviert sind. Foto: Ulrich Wagner

Eines der schönsten Erlebnisse für die Volontärin der Augsburger Allgemeinen: das Fohlen Elliot kennenlernen

 

Als Volontärin macht man immer neue Bekanntschaften. Der kleine Elliot war definitiv eine der süßesten! Foto: Johanna Oswald

Jeden Tag ein Abenteuer

Eine Volontärin sieht rot – und manchmal auch grün

Die Tage als Großstadtreporterin im Münchner Korrespondentenbüro der Augsburger Allgemeinen sind abwechslungsreich. Pressekonferenzen und Veranstaltungen geben den Rhythmus vor. Doch häufig entscheiden auch Farben, was in der Zeitung steht.   


Warning: array_filter() expects at most 2 parameters, 3 given in /data/wwwcust/ne2-9188/html/blog/wp-content/plugins/jw-player-7-for-wp/includes/jwppp-functions.php on line 64

Als Korrespondentin der Augsburger Allgemeinen in München fängt der Tag oft anders an als in den Mantel-Ressorts der Zeitung im Medienzentrum in Augsburg-Lechhausen. Wie er beginnt, das hängt unter anderem von der Farbe der jeweiligen Woche ab – ob sie rot, gelb, blau oder weiß ist.

Um Irritationen zu begegnen: Es geht um den Bayerischen Landtag, der seine Arbeitswochen nach Farben ordnet. In Wochen, die rot gekennzeichnet sind, tagt zum Beispiel das Plenum. Ausschusssitzungen, Fraktionstagungen und Arbeitskreise finden in gelben Wochen statt, das Plenum kommt in diesen Tagen nicht zusammen. Reine Informationswochen sind im Kalender blau markiert. Und weiß? Weiß bedeutet für den Landtag ganz einfach freie Tage. 

Alle Volontäre im zweiten Jahr verbringen einen Monat im Korrespondentenbüro der Augsburger Allgemeinen in München

Wichtig für den Korrespondenten der Augsburger Allgemeinen, Uli Bachmeier, sind demnach vor allem die roten Plenarwochen. Hier trifft sich das bayerische Parlament – CSU und Freie Wähler, die Grünen, die AfD, SPD und FDP – um über Gesundheit, innere Sicherheit, Staatshaushalt, Digitales und viele andere Themen zu debattieren. Das Prinzip: Rede und Gegenrede, wobei sich die Redezeiten nach strengen Vorgaben richten. Wie viele Abgeordnete in einer Debatte also ans Mikrofon treten dürfen, ist unter anderem abhängig von der Größe der jeweiligen Fraktion.

So weit, so gut – könnte man meinen. Allerdings scheint sich besonders in dieser Wahlperiode die Stimmung im Landtag verändert zu haben. Das liegt, sind sich Politiker und Journalisten einig, vor allem an der AfD.

Im Bayerischen Landtag: Viele Abgeordnete und die Volontärin der Günter Holland Journalistenschule

Ein Beispiel von Mittwoch, 13. März. Nachdem eine Grünenpolitikerin und ein Abgeordneter von den Freien Wählern „zu ersten Lesungen zu Gesetzesentwürfen der Staatsregierung zum Finanzausgleichsänderungsgesetz 2019 und zum Haushaltsgesetz 2019/2020“ im Plenum gesprochen hatten, war die Geräuschkulisse normal laut, heißt: Rufe und Beschwerden einerseits, verhaltenes Klatschen, schrillende Pfiffe und Applaus auf der anderen Seite.

Dann kam ein Politiker der AfD. Man verweigere seiner Partei den Zugang zu Gremien und Institutionen, kritisierte er und sprach mit Blick auf das Parlament von „Wegmarken des Faschismus“. Die Bitte von Thomas Gehring, 2. Vizepräsident des Landtags, den Begriff „Faschismus“ zurückzunehmen, ignorierte er seinerseits. Stattdessen prangerte der AfD-Politiker den „neokapitalistischen Darwinismus“ an, den Deutschland beim Fachkräftemangel betreibe.  

Ein Abgeordneter: „Haben Sie den Haushalt überhaupt gelesen?“

Keine Reaktion. Der AfD-Politiker lenkte die Debatte auf das christliche Abendland, Sozialwohnungen und Kapitalismus.

AfD-Politiker: „Und dann komme ich zum Ende.“

Abgeordneter: „Gott sei Dank.“

Vizepräsident: „Ich bitte Sie nochmals, sich von dem Begriff ‚Faschismus‘ zu distanzieren.“

Wieder keine Reaktion.

Dafür erhielt besagter AfD-Politiker eine Rüge. Es ist die zweite für die Partei innerhalb von nur wenigen Wochen. Zuvor, so bestätigte ein Kollege des Münchner Korrespondentenbüros, habe es für Jahrzehnte keine einzige gegeben.

Mittendrin in den Münchner Demonstrationen: die Volontärin

Interessant ist der Korrespondenten-Job allerdings auch abseits des Bayerischen Landtags. Pressekonferenzen von Vereinigungen, Instituten und Unternehmen findet man im Redaktionskalender ebenso aufgelistet wie Versammlungen. Die Menschen bringen ihre Anliegen auf die Straße, wöchentlich finden in der Landeshauptstadt Demonstrationen etwa zum Klimaschutz oder Urheberrecht statt. Die Leute organisieren sich, solidarisieren sich. Sie marschieren in Paraden für ihr Lieblingshaustier, den Dackel, oder für die grüne Insel Irland zum St. Patrick’s Day. Und als Großstadtreporterin, gerüstet mit Stift und Block, marschiert man oft mittendrin.

Auch die St. Patrick’s Day Parade erlebte die Volontärin. Foto: Elisa-Madeleine Glöckner

Jeden Tag ein Abenteuer

Wenn der Strom ausfällt und das Auto liegen bleibt

Der Brand eines Trafohauses hat in Wemding einen Stromausfall verursacht. Auch ein Volontär der Günter Holland Journalistenschule war vor Ort. Bild: Alexander Millauer

Wenn es brennt, müssen Redakteure – und Volontäre – schnell handeln. Dabei sollten sie aber nicht vergessen, zuvor einen Blick auf die Tankanzeige zu werfen, wie Alexander Millauer festgestellt hat


Warning: array_filter() expects at most 2 parameters, 3 given in /data/wwwcust/ne2-9188/html/blog/wp-content/plugins/jw-player-7-for-wp/includes/jwppp-functions.php on line 64

Es ist kurz vor Feierabend, als das Telefon zum ersten Mal klingelt. Zwei, drei Anrufe später wandelt sich die Gelassenheit meines Volobetreuers in leichtes Verzweifeln. Edeka-Kunden können in Wemding nicht mehr bezahlen, weil die Kassen den Dienst versagen: Kurze Zeit später die Nachricht: Brand in einem Trafohaus. Die Folge: Stromausfall in der ganzen Stadt. Um die prekäre Lage, in der wir uns nun befinden, zu verstehen, muss man wissen: Die betroffene Stadt Wemding ist rund 25 Kilometer von unserer Redaktion in Donauwörth entfernt. Und, was für uns Digital Natives, kaum mehr vorstellbar ist: Auch das Handynetz bricht bei einem Stromausfall größtenteils zusammen – und mein Volobetreuer erreicht keinen Fotografen vor Ort.

Nach einigen weiteren vergeblichen Versuchen, aus der lahmgelegten Stadt ein Lebenszeichen zu bekommen, schickt mich mein Volobetreuer los – in dem Wissen, dass wir nur wenige Autokilometer später womöglich keine Verbindung mehr zueinander haben. Sekunden später trenne ich mich von meinem wohligen Bürostuhl, schnappe mir Autoschlüssel und Kamera und düse mit dem Dienstauto los. Natürlich werfe ich zuvor einen Blick auf die Tankanzeige, die bei mir in diesem Moment noch keine Nervosität verursacht.

Volontäre der Günter Holland Journalistenschule lernen, schnell zu reagieren

Mit einem kleinen Satz springt die Nadel in den orangenen Bereich – Reservetank, will heißen: Bitte steuern Sie die nächste Tankstelle an. Doch als Volontäre der Günter Holland Journalistenschule haben wir natürlich längst verinnerlicht, dass Schnelligkeit neben der Genauigkeit oberste Priorität hat. Und jetzt mal ehrlich: So ein Reservetank hält doch noch locker 50 Kilometer. Und in Wemding kann ich ja sowieso tanken.
Also nichts wie runter mit dem Gaspedal und ab nach Wemding. Dort angekommen, frage ich erst mal, ahnungslos wie ich zu diesem Zeitpunkt noch bin, den erstbesten Feuerwehrmann: „Gibt’s denn noch was zu sehen?“ Der verweist mich schließlich an den Einsatzleiter und langsam dämmert es auch mir: Das ist kein gewöhnlicher Brand. Mehrere Fahrzeuge der Bereitschaftspolizei reihen sich aneinander, die blauen Lichter mischen sich mit dem Abendrot.

Mehrere Feuerwehren aus dem Umkreis waren in Wemding vor Ort. Bild: Alexander Millauer

Der Redaktionsschluss und die Tankanzeige bereiten dem Volontär Sorgen

Zufällig treffe ich auf den Bürgermeister Wemdings – den ich bis dahin gar nicht kannte. Doch er sollte mein größtes Glück sein. Die Tourismusbeauftragte der Stadt weicht an diesem Abend nicht von seiner Seite. Und ich hefte mich an die beiden – denn das hat einen großen Vorteil: Das Smartphone der Tourismusbeauftragten scheint das einzige zu sein, das eine Verbindung in die umliegenden Städte zulässt. So kann ich meinen Volobetreuer mit den aktuellsten Infos versorgen: Eine Notunterkunft wird aufgebaut, in der sich die Menschen mit Essen eindecken können, die Polizei patrouilliert durch die Stadt, der Brand ist noch nicht unter Kontrolle, Stromausfall dauert womöglich bis zum nächsten Morgen an. Die Informationen braucht der Kollege auch dringend: Denn der Redaktionsschluss nähert sich schneller als Usain Bolt einen Halbmarathon laufen würde.

Wemdings Bürgermeister Martin Drexler im Gespräch mit einem Feuerwehrmann. Bild: Alexander Millauer

Als genug Bilder im Kasten sind und die wichtigsten Infos eingesammelt, steige ich ins Auto und will in die Redaktion fahren. Aber, Moment, da war doch was. Mein Blick senkt sich auf die Nadel an der Tankanzeige, die in diesem Moment zu meinem Endboss wird. Denn mit scheinbar magischer Anziehungskraft nähert sie sich der Nulllinie. Womöglich handelt es sich um einfache mechanische Zusammenhänge zwischen einem fast leeren Tank und einer Tankanzeige, aber mir gefällt das mit der Magie deutlich besser. Fast noch magischer ist es (dunkle Magie vermutlich), dass Tankstellen ohne Strom nicht funktionieren. Und das Magischste an all dem ist, dass ich mit diesem Auto keine fünf Kilometer weit mehr komme. Also auch nicht bis zur nächsten funktionierenden Tankstelle.

Eine Einsatzleitung wurde eingerichtet. Sie diente unter anderem als Infostützpunkt - auch für den Volontär vor Ort. Bild: Alexander Millauer

Blöd nur, dass es ja auch kein Netz mehr gibt, mein Handy ohnehin seit einer Stunde jeden Dienst verweigert und ich die einzige Rettung – die Tourismusbeauftragte – aus den Augen verloren habe. Und in diesem Moment ändert sich meine Rolle: Eigentlich verstehe ich mich als Journalist der Günter Holland Journalistenschule als kritischer Beobachter, das Rampenlicht scheuen wir Volontäre wie der Teufel das Weihwasser.

Deswegen ist es großartig, im Journalismus zu arbeiten

Doch jetzt muss ich handeln und in die Situation eingreifen. Verzweifelt frage ich am Marktplatz, der zentralen Anlaufstelle der Wemdinger Bürger, nach einem funktionierenden Handy. Der Redaktionsschluss sitzt mir nicht nur im Nacken, er hat sich festgekrallt. Einige Minuten später finde ich mich mit einem bis dato wildfremden Mann im Auto wieder. Mit einer Hand umklammere ich meine Visitenkarte und tippe die Telefonnummer meines eigenen Arbeitsplatzes ins Display. Sie ist die einzige, die ich habe, denn mein Handy ist ja aus.
Vier Mal hintereinander – und das ist keine Übertreibung – rufe ich an und lasse es jeweils mindestens eine Minute klingeln. Eigentlich sitzt mir mein Volobetreuer direkt gegenüber und müsste es klingeln hören. Ich habe mal gelesen, dass das Hirn bei zu starkem Auftreten einer einseitigen Emotion genau die konträre Emotion abruft, um keine langfristigen Schäden zu verursachen. Aus Verzweiflung lache ich. Als ich meine Selbstanalyse beendet habe, höre ich eine vertraute Stimme am anderen Ende der Leitung. „Du musst mich abholen“, sage ich trocken – in dem Wissen, dass das nicht geht, aber was sagt man denn sonst in so einer Situation?
Mein Volobetreuer rät mir zu Notfallplan B: Ein freier Mitarbeiter ist gerade in Wemding, er gibt mir die Nummer, ich erreiche ihn. Wenigstens einmal geht alles glatt. In zehn Minuten sei er da, sagt er. Halleluja. Danke Thomas. Und als ich knapp zwei Stunden später ins Bett falle, ist mir klar, dass ich den richtigen Beruf gewählt habe. Denn auch solche Abende machen den Journalismus aus – auch, wenn mir jetzt bewusst ist, dass ich niemals-nie-mehr ohne prall gefüllten Tank losfahren werde.

Am Rathaus in Wemding wurde dieser Zettel zur Information der Bürger aufgehängt. Bild: Alexander Millauer