Kategorie: Fliegendes Klassenzimmer

Fliegendes Klassenzimmer

Volontäre beim Interview-Training: Mal Schweiger, mal Plaudertasche

Tom Trilges interviewt Michael Krawczyk Foto: Christof Paulus

Vier Jungvolontäre der Augsburger Allgemeinen haben sich für zwei Wochen aus dem Redaktionsalltag verabschiedet. Zum Seminar der Akademie der Bayerischen Presse sind sie bis nach Kulmbach gefahren, etwas abgeschieden zwischen Fränkischer Schweiz und Fichtelgebirge. Mit Volontärskollegen anderer Zeitungen haben sie Seminare zu Reportage, Online-Journalismus oder Redigieren besucht. Bei BR-Redakteur Michael Krawczyk ging es darum, jeden Interviewpartner richtig anpacken zu können.


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Vier Jungvolontäre der Augsburger Allgemeinen haben sich für zwei Wochen aus dem Redaktionsalltag verabschiedet. Zum Seminar der Akademie der Bayerischen Presse sind sie bis nach Kulmbach gefahren, etwas abgeschieden zwischen Fränkischer Schweiz und Fichtelgebirge.

Mit Volontärskollegen anderer Zeitungen haben sie Seminare zu Reportage, Online-Journalismus oder Redigieren besucht. Bei BR-Redakteur Michael Krawczyk ging es darum, jeden Interviewpartner richtig anpacken zu können.

Wenn bei jedem Termin und jedem Telefonat ein Michael Krawczyk gegenüberstünde, könnte der Alltag als Volontär so viel einfacher sein. Seine Antworten sind ausführlich, gespickt mit interessanten Anekdoten und wichtigen Fakten. Dabei schweift er nicht ab, erzählt keine Märchen. Wobei: Wenn die Übung es erfordert, dann kann er das auch, wird Plaudertasche oder Schweiger.

An zwei Tagen des Kulmbacher Seminars der Akademie der Bayerischen Presse schulte Krawczyk vier der Jungvolontäre darin, wie man sich richtig auf ein Interview vorbereitet und es sicher über die Bühne bringt. Das heißt: Journalisten brauchen eine saubere Recherche und Fachwissen zum Interviewthema sowie ein klar definiertes Interviewziel. Das sollte auf dem Notizblatt ganz oben stehen, darunter der Name des Interviewpartners. Denn kaum etwas ist peinlicher, als den Namen des Gegenübers zu vergessen. „Alles schon passiert“, sagt Krawczyk.

Michael Krawczyk verstellt sich beim Interview mit Volontären aus Augsburg

Für den Nachmittag des Tages hatten sich drei Gäste angekündigt, mit denen die Volontäre der Augsburger Allgemeinen und die anderen Seminarteilnehmer ein Interview führen sollten. Und nicht immer ist der Interviewpartner so dankbar und ergiebig wie Michael Krawczyk. Aber auch der kann anders: Im Gespräch mit Tom Trilges und Brigitte Mellert gab sich Krawczyk deshalb als Plaudertasche – freilich nur zur Übung. Im Gespräch mit Max Kramer wurde er stattdessen plötzlich ganz wortkarg, ließ sich seine Antworten geradezu aus der Nase ziehen.

Der Kurs im ABP-Seminar in Kulmbach. Foto: Christof Paulus

Für Trilges, Mellert und Kramer war das sicher eine Herausforderung – aber doch keine, an der sie scheiterten. Letzterer schaffte es, Krawczyk genau dorthin zu treiben, wo er um klare Antworten nicht mehr herumkam. Die anderen beiden konnten seinen Redefluss eindämmen und seine Antworten auf das Wesentliche beschränken. Lob vom Referenten gab es für alle drei.

So wundert es nicht, dass sie beim Interview mit den Gästen nicht nur viel Spaß hatten, sondern ihren Gesprächspartnern einige Informationen entlocken konnten. Thomas Lange etwa, der in Kulmbach an der Gründung eines Brauhauses beteiligt war, sprach mit Max Kramer. Ihm sagte er, dass die fränkische Wirtshauskultur sich verändern werde und doch zugleich noch lange bestehe. Tom Trilges sprach mit Wolfgang Hoderlein, dem früheren Generalsekretär der Bayern-SPD. Der hat sich von der großen Politik inzwischen zurückgezogen – ließ aber schon im Vorgespräch erkennen, wie sehr seine Leidenschaft dafür immer noch brennt.

Volontäre im Interview mit fränkischen Größen aus Politik und Journalismus

Trilges konfrontierte ihn damit, dass er als Politiker oft die Auseinandersetzung gesucht und einige Male auch Parteigenossen offen angegriffen habe – was Hoderlein unumwunden zugab. Er könne austeilen, aber auch einstecken. Persönliche Angriffe müssten eben sein, sonst nähme niemand Notiz von seiner Kritik. Die Berliner Politik hält er für sehr weit von den Bürgern entfernt.

Referent Krawczyk stand bei allen Interviews hinter der Kamera und zeichnete die Gespräche auf. So gab es am nächsten Tag die Gelegenheit, die Interviews im Seminar anzuschauen – und somit die anderen genauso, wie sich selbst. Für Zeitungsjournalisten ist das nicht gerade Alltag, sich selbst bei der Arbeit zuzuschauen. So war immer wieder verlegenes Lachen zu hören, meist von den Interviewern, deren Videos gerade zu sehen waren. Doch gerade das machte die Eindrücke wichtig, gab die Möglichkeit, die eigene Stimme und Körpersprache zu beobachten. So war zu sehen, welchen Eindruck man selbst hinterlässt und wie man auf andere wirkt. Daraus konnte jeder im Seminar seine Schlüsse ziehen – und diese mit in den Alltag in den Lokalredaktionen nehmen.

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Input für Volontäre: #newscamp2019

Im Newscamp 2019 lernen die Zeitungsvolontäre der Günter Holland Journalistenschule alles über neue Strategien im Zeitungs- und Verlagswesen – und darüber, wie viel Essen man innerhalb von zwei Tagen wirklich zu sich nehmen kann.


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„Input“ würde man es in modernen Firmen wohl nennen: Futter fürs Gehirn – Vorträge, Workshops, Gespräche. Namhafte Redner von Zeitungen, Verlagshäusern, aber auch von Start-Ups. Erkenntnisgewinn war das eigentliche Ziel des Newscamps 2019. Gefühlt gab es den wirklich wichtigen „Input“ aber für den Magen: Mini-Leberkäs, Mini-Croissants, Mini-Butterbrezen – jedes erdenkliche Lebensmittel im Kleinformat. Aber auch Apfelstrudel, Kaiserschmarrn, Cold Brew Coffee, Salate, belegte Brote, Joghurt, Obstsalat … Okay, jetzt höre ich auf. Ach so, Kaviar gab es übrigens noch dazu. Auch wenn es sich vielleicht nicht so anhört: Wir waren nicht zwei Tage vom Arbeitsalltag freigestellt, um alle möglichen lukullischen Genüsse zu erleben, sondern um beim Newscamp 2019 zu erfahren, was es in der Medien- und Verlagsbranche Neues gibt.

Am Newscamp 2019 nahmen alle Zeitungsvolontäre der Günter Holland Journalistenschule teil

Alle Zeitungsvolontäre der Günter Holland Journalistenschule – aus dem ersten und dem zweiten Jahrgang, aus Augsburg und dem Allgäu – trafen sich also im Kongress am Park in Augsburg. Während der ein oder andere Volontär aus dem Allgäu noch über die lange Fahrt klagte, wurde die Veranstaltung von Kjersti Thornéus eröffnet, die definitiv eine noch längere Anreise hatte: Sie arbeitet beim norwegischen Medienkonzern Schibsted und erklärte in ihrem Vortrag, wieso „User Revenue“, also der Erlös, den ein Unternehmen pro Kunde macht, die neue Antriebskraft im Journalismus ist.

Fotos: Philipp Schulte

Die Volontäre lernen viel über Online-Journalismus und Social Media

Thorneus‘ Vortrag war nur der Auftakt zu einer Veranstaltung, in der immer wieder folgende Fragen aufkamen: Wie kann man jüngere Medienkonsumenten an sich binden? Welche Online-Modelle sind sinnvoll? Wie kann man online stark sein und trotzdem das Print-Produkt nicht vernachlässigen? In  den Vorträgen ging es viel um Social Media, vor allem um Instagram und die dort etablierten Story-Formate, die mittlerweile auch Google anbietet. Und auch die positiven Erfahrungen des ZDF signalisierten hoffentlich den letzten Zweiflern: Sorry, ihr kommt an neuen Formaten auf Social Media eben doch nicht vorbei. Besonders interessant waren hierzu die Vorträge vom Journalisten Richard Gutjahr, und von David Grant, der bei Facebook arbeitet. Gutjahr plädierte dafür, Plattformen wie Instagram oder Facebook aktiv zu nutzen, sie nicht „den Rechten zu überlassen“. Grant hingegen beschrieb, wie Facebook in den USA mittlerweile verstärkt auf die Zusammenarbeit mit regionalen Medien setzt.

Am Ende des Newscamps sind wir alle im #foodcoma

Online und das Lokale – zwei Themen, die wir auch in den zahlreichen Pausen viel diskutierten. Zwar stehen die einen von uns quasi noch am Anfang ihres Lokaljahres, die anderen haben es bereits hinter sich, Erfahrungen haben wir aber mittlerweile alle gemacht. Und Ideen haben wir sowieso. Am Ende der zwei Tage waren wir ganz schön müde – das lag aber bestimmt nur daran, dass wir ständig aufmerksam gelauscht haben und nicht am – wie man auf Instagram – sagen würde: #foodcoma.#

Zahlreiche Start-Ups haben ihre Produkte auf dem News-Camps 2019, einer Digital-Konferenz für Verlage und Medienunternehmen, in Augsburg den Teilnehmern präsentiert. In diesem Video ist Oliver Seidl zu sehen, der die Live-Blogging-Software „Storytiel“ vorgestellt hat. Sie hilft, von Events live zu bloggen und Fotos direkt zu publizieren. Video: Philipp Schulte    

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Fakt oder Fake? GHJS-Volontärinnen im TechCamp

Drei Volontärinnen der Augsburger Allgemeinen beschäftigen sich auf einer dreitägigen internationalen Konferenz in der Akademie der Politischen Bildung in Tutzing mit Fake News.


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Drei Tage Konferenz mit interessanten Menschen, spannenden Themen und direkt vor der herrlichen Kulisse des Starnberger Sees. Das war das TechCamp an der Politischen Akademie in Tutzing, für das sich wir, drei Volontärinnen der Augsburger Allgemeinen – Leonie Küthmann, Mareike König und Maria Heinrich –, beworben hatten und ausgewählt worden waren. Das Thema der dreitägigen Veranstaltung: Fakt oder Fake?

Zusammen mit 50 Teilnehmern, darunter Journalisten, Lehrer, Wissenschaftler und Unternehmer haben wir uns in Seminaren, Workshops und Gruppenarbeiten mit verschiedenen Aspekten des Themas Fake News auseinandergesetzt. Was sind Fake News? Wie werden sie eingesetzt? Mit welchen Werkzeugen erkennt man gefälschte Bilder oder Videos?  Welche Organisationen arbeiten daran, Desinformationen aufzudecken?

Die Herausforderung für die Volontärinnen: Challenges überwinden und eigene Projekte erarbeiten

Bei kurzen Vorstellungsrunden erklärten, die „Trainer“, welche Themen in ihrem jeweiligen Workshop bearbeitet werden.

Veranstalter des TechCamp waren die Akademie für Politische Bildung in Tutzing und das US-Generalkonsulat in München, das neben der Finanzierung des Camps auch die Förderung einzelner Projekte übernimmt. Denn das war letztlich das Ziel des TechCamps: in kleinen Gruppen sogenannte Challenges erarbeiten und konkrete Projekte entwickeln, die mit der Förderung des Konsulats auch umgesetzt werden können.

Im TechCamp war alles auf Englisch. Am Anfang kostet das Überwindung

An unserer Seite standen sieben Trainer, die aus der ganzen Welt angereist waren: USA, UK, Kirgisistan, Tschechien, Polen, Bosnien-Herzegowina und Ukraine. Auch die Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Ländern, unter anderem aus Tschechien, Israel, Frankreich, und Deutschland. Die Konferenz fand deshalb durchgehend auf Englisch statt. Das war für mich anfangs eine Herausforderung, aber wenn man die ersten Hemmungen abgelegt hat und sich alle näher kennengelernt haben, kommt das Englisch irgendwann ganz leicht über die Zunge.

In kleinen Gruppen erarbeiteten wir Ideen, wie man gegen Fake News vorgehen könnte …

… und präsentierten diese dann dem Plenum.

Jeder von uns durfte drei Sessions á 90 Minuten besuchen. Die Schwerpunktthemen, über die wir mehr lernen wollten, waren zum Beispiel: emotionale Sprache und künstliche Intelligenz, Recherchetools für Bilder, Videos, Facebook und Twitter, Tipps und Tricks, um Desinformationen zu erkennen und zu entlarven. Zwischen den Sessions eingeplant waren immer zahlreiche Pausen, in denen wir uns mit den anderen Teilnehmer ausgetauscht haben. Die Themen waren so abwechslungsreich, dass es immer Diskussionsbedarf gab.

Das sagen die Volontärinnen der Günter Holland Journalistenschule zum TechCamp:

Leonie Küthmann: „Das TechCamp war definitiv eine Bereicherung – nicht nur, um den eigenen Blick für Falschinformationen zu schulen, sondern auch, weil sich viele der Tools und Debunking-Strategien leicht in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Diese Tools und Strategien zu kennen und weiterzuverbreiten, ist ein erster Schritt, wenn es darum geht, eine Fakt-Checking-Kultur in deutschen Redaktionen zu etablieren – und das ist dringend nötig!“

Maria Heinrich: „Die Atmosphäre im TechCamp war einzigartig: geprägt von geballter Kreativität und Motivation und dem Wunsch der Teilnehmer, den Journalismus und die Medienlandschaft weltweit ein Stückchen besser zu machen. Selten hat man im Arbeitsalltag die Gelegenheit, sich so intensiv und im Austausch mit anderen Menschen, die nicht alle in der Journalisten-Bubble leben, über Fake News zu unterhalten. Klasse war außerdem, dass wir eigene Projekte entwickeln durften, die eventuell sogar gefördert werden.“

Mareike König: „Ich fand das TechCamp toll. Besonders gefallen hat mir, dass so viele Trainer und Teilnehmer aus Osteuropa da waren. Diese Länder fallen manchmal etwas unter den Tisch. Und man hat ja eigentlich ein Bild im Kopf, dass es dort in den Medien nicht so gut läuft. Aber es gibt viele Menschen, die sich dort  innovativ für den Journalismus einsetzen. Es war für mich besonders spannend, mit welchen Recherchetools sie im investigativen Bereich arbeiten. Dazu haben wir ja leider in unserem Alltag nicht so oft Gelegenheit.“