Kategorie: Fliegendes Klassenzimmer

Fliegendes Klassenzimmer

Volontärinnen sprechen auf dem schwäbischen Lehrermedientag

Zwei Volontärinnen erklärten Lehrern beim schwäbischen Lehrermedientag, was Fake News sind und wie sie Schülern im Unterricht helfen können, Fake News zu entlarven. Sie stellten Programme vor, die dabei helfen können, und erzählten von ihrem Alltag als Volontäre der Günter Holland Journalistenschule.

Was sind eigentlich Fake News? Wie unterscheiden sie sich von seriösen Inhalten? Wie kann ich sie entlarven? Und welche Werkzeuge können dabei helfen? Über all diese Fragen habe ich mit meiner Volo-Kollegin Leonie auf dem schwäbischen Lehrermedientag gesprochen. Wir haben dort zusammen einen 90-minütigen Workshop für Lehrer veranstaltet und darin über die Definition, die Gefahren und die Ziele von Fake News gesprochen.

Wir beide hatten schon auf unterschiedliche Art und Weise mit Fake News zu tun. Unter anderem waren wir für die Augsburger Allgemeine beide auf dem TechCamp an der Akademie für politische Bildung in Tutzing, einem dreitägigen Seminar rund um das Thema Fake News und Faktenchecking. Für ein Projekt, das wir dort entwickelt haben, haben wir sogar einen Preis bekommen.  

Volontärinnen erklären, was Fake News sind 

Der Lehrermedientag findet einmal im Jahr statt. 2019 nahmen mehr als 370 Pädagogen aller Schularten aus ganz Schwaben teil. Das Thema der Veranstaltung: Wie digital kann Schule sein und welche Werte gelten in einer digitalen Gesellschaft? In diesem Jahr war der Lehrermedientag erstmals Teil einer dreitägigen Bildungsmesse, EDUswabia 2019, die in Zusammenarbeit mit der Augsburger Allgemeinen ausgerichtet wurde. Lehrer aller Schularten hatten am Berufsschulzentrum Neusäß die Gelegenheit, sich in 50 Workshops mit den neuesten Entwicklungen in der digitalen Welt auseinanderzusetzen.

In unserem Workshop über Fake-News wollten wir den Lehrern zuallererst erklären, was Fake News eigentlich sind. Denn international gibt es verschiedene Definitionen des Begriffs. Wir beziehen uns auf eine Erklärung der Europäischen Kommission: Fake News sind „nachweislich falsche oder irreführende Informationen, die mit dem Ziel des wirtschaftlichen Gewinns oder der vorsätzlichen Täuschung der Öffentlichkeit vorgelegt und verbreitet werden und öffentlichen Schaden anrichten können“.

Wie arbeiten eigentlich Redakteure und Volontäre?

Damit die Lehrer den Unterschied zwischen Fake News und seriös recherchierten Fakten noch besser verstehen, haben wir ihnen deshalb erklärt, wie professionelle Volontäre und Redakteure arbeiten und an welche Qualitätskriterien sie sich halten. Wichtig ist zum Beispiel, dass eine Information immer von mindestens zwei Quellen bestätigt sein sollte. Zudem gilt: Wahrheit ist wichtiger als Aktualität.

Leonie Küthmann (links) und Maria Heinrich auf dem Lehrermedientag. Bild: Ulrich Wagner

Darüber hinaus ging es in dem Fake-News-Workshop auch darum, wie Schüler heutzutage eigentlich Nachrichten konsumieren. Hier konnte Leonie ihr Wissen vom Schülermedientag einbringen, der ebenfalls von der Augsburger Allgemeinen veranstaltet wird und der im Mai stattfand. Sie erklärte den Lehrern, dass Jugendliche sich heutzutage fast ausschließlich in sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook, Snapchat oder WhatsApp bewegen. Sie kommen dort auf unterschiedliche Art und Weise mit Fake News in Berührung. Eine der beliebtesten Apps unter Teenagern ist TikTok, eine Plattform, auf der sie kurze Videoschnipsel posten. Viele Schüler berichteten außerdem, dass sie kaum noch Zeitung lesen und dass sie fast alle Nachrichten aus sozialen Netzwerken beziehen.

Im Gegensatz zu ihren Schüler waren dagegen viele Lehrer in unserem Workshop nur vereinzelt bis gar nicht Mitglieder in sozialen Netzwerken. Doch sie waren neugierig und wollten lernen, wie zum Beispiel Instagram funktioniert und wie sich auf Facebook und Youtube Fake News verbreiten können.

Programme helfen, Fake News im Internet aufzudecken

Besonders groß war bei den Teilnehmer die Nachfrage nach Hilfsmitteln und Tools, die beim Erkennen von Fake News helfen können. Im Internet gibt es zum Beispiel viele hilfreiche Werkezeuge. Eines davon ist die Bilder-Rückwärtssuche. Mithilfe dieser Funktion kann man herausfinden, wo ein Foto bereits überall hochgeladen wurde und wer das Foto ursprünglich verbreitet hat. Eine ähnliche Funktion gibt es auch für Videos.

Wir haben aber auch Programme vorgestellt, die anzeigen, ob und wie ein Foto manipuliert und bearbeitet wurde. Interessant fanden die Teilnehmer außerdem die Webseiten, auf denen alte Internetseiten archiviert werden und die den Webseitenbetreiber ausfindig machen. Solche Programme und Tools lassen sich leicht in den Unterricht einbauen, wenn die sie Schüler selbst ausprobieren und damit Fakten und Fake News überprüfen können.

Die Referentenpässe für den Lehrermedientag. Bild: Maria Heinrich

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Journalismus und das Gewerbe: Was tut die Industrie- und Handelskammer – und warum?

Geht es um wirtschaftliche Belange, kann die IHK Journalisten ein aufschlussreicher Ansprechpartner sein. Screenshot: Philipp Wehrmann (Video)

Wir Zeitungsjournalisten berichten über vieles: Gesellschaft und Entwicklung, Politik und Soziales, lokal und global. Beim Recherchieren kreuzt immer wieder auch die Wirtschaft unsere Wege. Suchen wir Informationen, Zahlen oder nur eine Einschätzung zu einem bestimmten Sachverhalt, bietet sich die Industrie- und Handelskammer oder IHK als ein möglicher Ansprechpartner an. Aber womit beschäftigt sich die IHK, welche Projekte fördert sie, welche Themen treibt sie um? Das haben die Volontäre der Augsburger Allgemeinen an einem Nachmittag vor Ort erfahren – Philipp Wehrmann hat diese Eindrücke in einem Video festgehalten.

Wir Zeitungsjournalisten berichten über vieles: Gesellschaft und Entwicklung, Politik und Soziales, lokal und global. Beim Recherchieren unserer Artikel kreuzt immer wieder auch die Wirtschaft unsere Wege – ob nun in direkter oder in indirekter Weise.

Suchen wir Informationen, Zahlen oder nur eine Einschätzung zu einem bestimmten Sachverhalt, bietet sich die Industrie- und Handelskammer oder IHK – eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die von der Wirtschaft selbst verwaltet wird – als einer von vielen möglichen Ansprechpartnern an. Aber womit beschäftigt sich die IHK, welche Projekte fördert sie, welche Themen treibt sie um? Das haben die Volontäre der Augsburger Allgemeinen an einem Nachmittag vor Ort erfahren – Philipp Wehrmann hat diese Eindrücke in einem Video festgehalten.

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Volontäre in den Bergen: Frühstück mit Aussicht auf Huhn

Die Volontäre der Augsburger Allgemeinen, der Allgäuer Zeitung und der Main-Post. Foto: Stefanie Sayle

Einmal im Jahr treffen die Volontäre der Augsburger Allgemeinen, der Allgäuer Zeitung und der Würzburger Main-Post für zwei Tage zusammen, um sich kennenzulernen, sich auszutauschen und um Einblicke in die jeweils anderen Medienhäuser und Regionen zu gewinnen. In diesem Sommer reisten die Unterfranken nach Schwaben – mit Komplikationen.

Einmal im Jahr treffen die Volontäre der Augsburger Allgemeinen, der Allgäuer Zeitung und der Würzburger Main-Post für zwei Tage zusammen, um sich kennenzulernen, sich auszutauschen und um Einblicke in die jeweils anderen Medienhäuser und Regionen zu gewinnen. In diesem Sommer reisten die Unterfranken nach Schwaben – mit Komplikationen.

Raus aus dem spannenden, bisweilen aber auch hektischen Alltag in der Redaktion und hinauf in die Ruhe der Berge: Die Volontäre fuhren unter anderem ins Allgäu. Und sie kamen alle zusammen – Augsburger Jungvolos aus den Lokalredaktionen, Augsburger Altvolos aus dem Mantel, die Volontäre der Allgäuer Zeitung sowie die der Main-Post aus Würzburg. Die Allgäuer stießen erst in Immenstadt zu uns, unsere Kollegen aus Würzburg kamen direkt nach Augsburg und sollten  persönliche Einblicke in das Medienunternehmen gewinnen. Doch die Bahn brachte sie um dieses Erlebnis: Verspätungen, verpasste Anschlusszüge, sie schafften es erst bis zum Mittagessen.

Die Volontäre sehen sich die Augsburger Puppenkiste an

So trafen wir uns also mit den Volontären aus Würzburg am Mittag im Brauhaus Riegele – immerhin schaffte es die Bahn, sie schließlich doch noch nach Augsburg zu bringen. Ein Mittagessen zur Stärkung vor der Fahrt und dem Aufstieg, doch ein Zwischenstopp stand noch an:  das Museum der Augsburger Puppenkiste. Wir erfuhren, was die Puppen so besonders macht (Polsternägel als Augen), wieso es keine Jim-Knopf-Aufführung in der Puppenkiste gibt (reine Fernsehproduktion – für die Bühne viel zu aufwendig), und ein paar Volos durften auch mal eine der Marionetten zum Laufen bringen (sieht leichter aus, als es ist).

Im Anschluss machten wir uns auf den Weg nach Immenstadt. Sehnsüchtige Blicke aus dem Bus trafen auf den Alpsee. Gedanklich sprangen wir ins kühle Nass – stattdessen: Aufstieg zur Alpe Obere Kalle. Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius. Mit kollektivem Geschnaufe gingen diejenigen von uns, die sich nicht für den Sessellift entschieden hatten (was bei solchen Temperaturen durchaus empfehlenswert ist) hinauf.

Auf dem Weg zur Alpe kamen die Volontäre auch an Kühen vorbei. Foto: Jan-Luc Treumann

Auf dem Weg nach oben begutachtete uns eine Gruppe Kühe – und wer nicht schnell genug war, durfte sich von einer von ihnen übers Gesicht lecken lassen – beim Aufstieg schmeckt ein Volontär ja schön salzig. Und so manche Kuh fand so manchen Volo gleich so nett, dass sie ihn mit nach oben begleiten wollte, doch sie durfte nicht. Tierisch ging es oben weiter. Schließlich ist die Alpe Obere Kalle eine sogenannte Jungviehalpe: Die Volos konnten Schweine, Hühner, Gänse, Kühe, Esel und Hasen‎ begutachten – oder wurden begutachtet. 

 

 

Bernhard Gomm erzählt den Volontären vom Leben als Hüttenwirt

Auch auf der Alpe gab es Tiere. Foto: Jan-Luc Treumann

Nachdem der Großteil der Gruppe wieder zu Atem gekommen war, ging es atemberaubend weiter: mit dem Ausblick. Berge, grüne Wiesen, so mancher Volontär überlegte gar kurz, ein Leben als Hüttenwirt zu beginnen. Von diesem erzählte uns Bernhard Gomm, der die Alpe betreibt. So holt er beispielsweise das Bier einer kleinen Brauerei selbst ab, weil diese zu wenig Personal hat, um es ihm auf die Hütte zu bringen.

An der Alpe selbst habe er – abgesehen von Investitionen in Technik und Wasser – wenig verändert, sie sei immer noch so wie vor einigen Jahrzehnten, als er die Hütte übernommen hat. Den Abend ließen ein paar sangesfreudige Volontäre schließlich gemütlich ausklingen.

 

 

 

Gemütlich ausschlafen stand nicht auf unserem Programm – um acht Uhr gab es Frühstück. Wartete beim Abendessen ein schnatterndes Duo Gänse auf ein paar heruntergefallene Kässpatzen, suchte bei der morgendlichen Mahlzeit ein Huhn nach ein paar Krümeln. Dabei ignorierte es auch die gängigen Knigge-Regeln und spazierte auf dem Frühstückstisch herum. Immerhin schaffte das Huhn es noch kurz in einen übriggebliebenen Fettstreifen eines Schinkenstücks zu picken, bevor eine Mitarbeiterin der Alpe das Tier des Tisches verwies.

Ein Huhn spazierte auf den Frühstückstischen herum. Foto: Jonathan Mayer

Abschließend genossen wir noch einmal die Aussicht vor dem Abstieg. Einige tapfere Volontäre gingen zu Fuß hinunter, während der Großteil eine rasante Abfahrt mittels der Sommerrodelbahn bevorzugte.

Unten wartete bereits der Busfahrer, der die Gruppe ins Medienhaus der Allgäuer Zeitung nach Kempten brachte. Dort erhielten die Volontäre Einblicke in die Druckerei sowie in die Zusammenarbeit der Allgäuer Kollegen mit denen der Augsburger Allgemeinen. Im Anschluss machten sich die Volontäre wieder auf dem Heimweg – dorthin, wo sie eher selten von Kühen abgeleckt werden und Hühner nicht auf dem Frühstückstisch herumspazieren.

 

Auf dem Berg gab es eine tolle Aussicht für die Volontäre. Foto: Jan-Luc Treumann