Jan-Luc Treumann

Jan-Luc Treumann, 1993 in Köln geboren, ist noch mit Büchern aus Papier aufgewachsen – die Leidenschaft dafür hat sich bis heute gehalten. Nach dem Abitur studierte er in Augsburg Geschichte und Interdisziplinäre Europastudien (Schwerpunkte in Neuere und Neueste Geschichte sowie Europäische Ethnologie/Volkskunde). Dennoch ist er kein wandelndes historisches Lexikon. Während seines Studiums begleitete ihn immer wieder die Frage nach dem späteren Beruf – es war ein Weg, der nur im Journalismus enden konnte. Berufliche Erfahrungen sammelte er unter anderem bei Spox und als Freier Mitarbeiter der Augsburger Allgemeinen. Sein Lokaljahr absolviert er im Meteoritenkrater Nördlingen.

Fliegendes Klassenzimmer

Volontäre in den Bergen: Frühstück mit Aussicht auf Huhn

Die Volontäre der Augsburger Allgemeinen, der Allgäuer Zeitung und der Main-Post. Foto: Stefanie Sayle

Einmal im Jahr treffen die Volontäre der Augsburger Allgemeinen, der Allgäuer Zeitung und der Würzburger Main-Post für zwei Tage zusammen, um sich kennenzulernen, sich auszutauschen und um Einblicke in die jeweils anderen Medienhäuser und Regionen zu gewinnen. In diesem Sommer reisten die Unterfranken nach Schwaben – mit Komplikationen.

Einmal im Jahr treffen die Volontäre der Augsburger Allgemeinen, der Allgäuer Zeitung und der Würzburger Main-Post für zwei Tage zusammen, um sich kennenzulernen, sich auszutauschen und um Einblicke in die jeweils anderen Medienhäuser und Regionen zu gewinnen. In diesem Sommer reisten die Unterfranken nach Schwaben – mit Komplikationen.

Raus aus dem spannenden, bisweilen aber auch hektischen Alltag in der Redaktion und hinauf in die Ruhe der Berge: Die Volontäre fuhren unter anderem ins Allgäu. Und sie kamen alle zusammen – Augsburger Jungvolos aus den Lokalredaktionen, Augsburger Altvolos aus dem Mantel, die Volontäre der Allgäuer Zeitung sowie die der Main-Post aus Würzburg. Die Allgäuer stießen erst in Immenstadt zu uns, unsere Kollegen aus Würzburg kamen direkt nach Augsburg und sollten  persönliche Einblicke in das Medienunternehmen gewinnen. Doch die Bahn brachte sie um dieses Erlebnis: Verspätungen, verpasste Anschlusszüge, sie schafften es erst bis zum Mittagessen.

Die Volontäre sehen sich die Augsburger Puppenkiste an

So trafen wir uns also mit den Volontären aus Würzburg am Mittag im Brauhaus Riegele – immerhin schaffte es die Bahn, sie schließlich doch noch nach Augsburg zu bringen. Ein Mittagessen zur Stärkung vor der Fahrt und dem Aufstieg, doch ein Zwischenstopp stand noch an:  das Museum der Augsburger Puppenkiste. Wir erfuhren, was die Puppen so besonders macht (Polsternägel als Augen), wieso es keine Jim-Knopf-Aufführung in der Puppenkiste gibt (reine Fernsehproduktion – für die Bühne viel zu aufwendig), und ein paar Volos durften auch mal eine der Marionetten zum Laufen bringen (sieht leichter aus, als es ist).

Im Anschluss machten wir uns auf den Weg nach Immenstadt. Sehnsüchtige Blicke aus dem Bus trafen auf den Alpsee. Gedanklich sprangen wir ins kühle Nass – stattdessen: Aufstieg zur Alpe Obere Kalle. Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius. Mit kollektivem Geschnaufe gingen diejenigen von uns, die sich nicht für den Sessellift entschieden hatten (was bei solchen Temperaturen durchaus empfehlenswert ist) hinauf.

Auf dem Weg zur Alpe kamen die Volontäre auch an Kühen vorbei. Foto: Jan-Luc Treumann

Auf dem Weg nach oben begutachtete uns eine Gruppe Kühe – und wer nicht schnell genug war, durfte sich von einer von ihnen übers Gesicht lecken lassen – beim Aufstieg schmeckt ein Volontär ja schön salzig. Und so manche Kuh fand so manchen Volo gleich so nett, dass sie ihn mit nach oben begleiten wollte, doch sie durfte nicht. Tierisch ging es oben weiter. Schließlich ist die Alpe Obere Kalle eine sogenannte Jungviehalpe: Die Volos konnten Schweine, Hühner, Gänse, Kühe, Esel und Hasen‎ begutachten – oder wurden begutachtet. 

 

 

Bernhard Gomm erzählt den Volontären vom Leben als Hüttenwirt

Auch auf der Alpe gab es Tiere. Foto: Jan-Luc Treumann

Nachdem der Großteil der Gruppe wieder zu Atem gekommen war, ging es atemberaubend weiter: mit dem Ausblick. Berge, grüne Wiesen, so mancher Volontär überlegte gar kurz, ein Leben als Hüttenwirt zu beginnen. Von diesem erzählte uns Bernhard Gomm, der die Alpe betreibt. So holt er beispielsweise das Bier einer kleinen Brauerei selbst ab, weil diese zu wenig Personal hat, um es ihm auf die Hütte zu bringen.

An der Alpe selbst habe er – abgesehen von Investitionen in Technik und Wasser – wenig verändert, sie sei immer noch so wie vor einigen Jahrzehnten, als er die Hütte übernommen hat. Den Abend ließen ein paar sangesfreudige Volontäre schließlich gemütlich ausklingen.

 

 

 

Gemütlich ausschlafen stand nicht auf unserem Programm – um acht Uhr gab es Frühstück. Wartete beim Abendessen ein schnatterndes Duo Gänse auf ein paar heruntergefallene Kässpatzen, suchte bei der morgendlichen Mahlzeit ein Huhn nach ein paar Krümeln. Dabei ignorierte es auch die gängigen Knigge-Regeln und spazierte auf dem Frühstückstisch herum. Immerhin schaffte das Huhn es noch kurz in einen übriggebliebenen Fettstreifen eines Schinkenstücks zu picken, bevor eine Mitarbeiterin der Alpe das Tier des Tisches verwies.

Ein Huhn spazierte auf den Frühstückstischen herum. Foto: Jonathan Mayer

Abschließend genossen wir noch einmal die Aussicht vor dem Abstieg. Einige tapfere Volontäre gingen zu Fuß hinunter, während der Großteil eine rasante Abfahrt mittels der Sommerrodelbahn bevorzugte.

Unten wartete bereits der Busfahrer, der die Gruppe ins Medienhaus der Allgäuer Zeitung nach Kempten brachte. Dort erhielten die Volontäre Einblicke in die Druckerei sowie in die Zusammenarbeit der Allgäuer Kollegen mit denen der Augsburger Allgemeinen. Im Anschluss machten sich die Volontäre wieder auf dem Heimweg – dorthin, wo sie eher selten von Kühen abgeleckt werden und Hühner nicht auf dem Frühstückstisch herumspazieren.

 

Auf dem Berg gab es eine tolle Aussicht für die Volontäre. Foto: Jan-Luc Treumann