Dominik Stenzel

Dominik Stenzel, Jahrgang 1991, wurde im schönen Allgäu geboren und ist auch dort aufgewachsen. Nach dem Abitur 2011 ging es fürs Anglistik/Amerikanistik-Studium nach Augsburg. Während eines Auslandssemesters in Swansea verfestigte sich sein Eindruck, dass ihm vieles an Großbritannien gefällt: sei es die Pub-Kultur, Rugby, der FC Liverpool oder – entgegen jeglicher Vorurteile – die englische Küche und das unberechenbare Wetter auf der Insel. In seiner Freizeit mag es der 27-Jährige vor allem sportlich: Schon seit seinem fünften Lebensjahr spielt er selbst aktiv Fußball und treibt sich ansonsten gerne in seiner Heimat mit dem Rennrad herum – am liebsten rund um den Auerberg. Sein Lokaljahr verbringt er in Illertissen.

Jeden Tag ein Abenteuer

Volontär tauscht Bürostuhl gegen Fahrradsattel

Von der Bergkapelle in Erolzheim hat man einen tollen Ausblick. Foto: Dominik Stenzel

Für ein paar Stunden durfte ich kürzlich meinen Bürostuhl gegen den Sattel meines Rennrads tauschen. Der ist zwar nicht unbedingt bequemer – einen halben Arbeitstag in der freien Natur zu verbringen, war trotzdem eine verlockende Abwechslung.

Für ein paar Stunden durfte ich kürzlich meinen Bürostuhl gegen den Sattel meines Rennrads tauschen. Der ist zwar nicht unbedingt bequemer – einen halben Arbeitstag in der freien Natur zu verbringen, war trotzdem eine verlockende Abwechslung. Denn für die Illertisser Zeitung, dort verbringe ich als Volontär der Günter Holland Journalistenschule derzeit mein Lokaljahr, habe ich an der Radlmit-Serie der Augsburger Allgemeinen mitgewirkt: Jede Lokalredaktion steuert eine Radtour bei, die dann in der Zeitung dokumentiert wird,  wobei der Bericht im kommenden Jahr auch im mittlerweile dritten Radlmit-Führer erscheinen soll.

Bade-, Einkehr- oder Rastmöglichkeiten sollten auf der Route liegen, ansonsten hatte ich bei der Planung alle Freiheiten. Da man es von Illertissen nicht weit nach Baden-Württemberg hat, sollte es auch über die bayerische Landesgrenze hinausgehen. Nach dem Motto: durch zwei Bundesländer und drei Landkreise.

Tour führt durch zwei Bundesländer und drei Landkreise

Bei strahlendem Sonnenschein startete ich pünktlich um 9.30 Uhr  – mit einer dicken Schicht Sonnencreme auf der Haut und meiner Kamera ausgerüstet. Schließlich soll die Rundfahrt dem Leser später mit eindrucksvollen Bildern schmackhaft gemacht werden. Vom Illertisser Marktplatz ging es über wenig befahrene Nebenstraßen in Richtung Unterallgäu, genauer gesagt nach Babenhausen. Alle Ecken unseres Verbreitungsgebiets kenne ich natürlich auch nach den ersten fünf Monaten noch nicht, und so gab es schon auf den ersten Kilometern viel Neues zu entdecken. Beispielsweise ein Biotop in Osterberg, das nur so von Fröschen und Insekten wimmelt.

Das Fuggerschloss in Babenhausen. Foto: Dominik Stenzel

Nach einem Zwischenstopp in Babenhausen – inklusive eines Fotos des berühmten Fuggerschlosses – ging es weiter nach Kellmünz. Die dortige Brücke über die Iller wird momentan saniert und ist teilweise gesperrt, auch in der Illertisser Zeitung waren die Bauarbeiten schon öfters Thema. Mein Rad musste ich deswegen in den baden-württembergischen Landkreis Biberach tragen und schieben. Ein Glück, dass Rennräder relativ leicht sind.

Auch bei Run Bike Rock trat der Volontär in die Pedale

Das Highlight meiner Tour sollte die Aussicht von der Bergkapelle in Erolzheim sein. Zu der ging es steil hinauf, die Anstrengungen haben sich jedoch gelohnt:  Oben angekommen hat man einen wunderbaren Panoramablick auf die Alpenkette. Danach wurden die Beine langsam schwerer und meine Pläne etwas durcheinandergewirbelt. Als Bademöglichkeit hatte ich mir ein Waldbad in Kirchberg auserkoren, zu diesem führt aber ein ziemlich steiniger Feldweg. Mit meinen dünnen Rennrad-Reifen hatte ich keine Chance, dort hinzukommen. Stattdessen ging es eben an die Filzinger Badeseen.

Zurück in Illertissen zeigte mein Tacho eine Distanz von 70 Kilometern an. Ganz so weit wird die Tour in Zeitung und Radl-Führer wohl nicht sein, denn ein paar Mal bin ich als nicht-Ortskundiger schon falsch abgebogen und musste so zusätzliche Meter zurücklegen. Dennoch: Meine Rundfahrt hat großen Spaß gemacht.

Im Zuge meines Volontariats durfte ich übrigens schon einmal in die Pedale treten: beim Benefiz-Sportevent Run Bike Rock, der Ende Mai in Illertissen stattfand, nahm ich am Fahrradrennen teil und konnte so mitten aus dem Geschehen berichten. 39 Kilometer ging es über einen abgesperrten Rundkurs zwischen Illertissen und Buch. Und danach in die Redaktion, um die frischen Eindrücke für die Leser festzuhalten.

Vor dem Start des Fahrradrennens bei Run Bike Rock. Foto: Dominik Stenzel