Brigitte Mellert

Brigitte Mellert ist ein Münchner Kindl –aufgewachsen direkt neben der Allianz Arena, dauert es nicht lange, bis sich ein Berufsziel herauskristallisiert: Sportjournalistin. Nur wie? Kann man das studieren? Kann man. Nach ein paar Irrungen und Wirrungen landet sie in Tübingen und studiert im Herzen des württembergischen Schwaben Sportpublizistik. Nach dem Bachelor tauscht sie Weckle wieder gegen Semmeln und macht in Eichstätt ihren Master. Ihre ausgiebige Studienzeit nutzt sie für Praktika und testet, in welchen Bereich sie mal arbeiten möchte. Die Zeitung soll es sein. Mit diesem Ziel kommt sie als Volontärin zur Augsburger Allgemeinen und schreibt in ihrem Lokaljahr für die Redaktion Augsburger Land in Gersthofen.

Nach Redaktionsschluss

Fränkische Käsespätzle mit Oreos und eine Bergtour

Wer exotische Gerichte und außergewöhnliche Rezepte testen will, bucht in der Regel eine Reise nach Asien oder Lateinamerika. Soweit mussten wir vier Volontäre der Günter Holland Journalistenschule nicht fahren. Genauer gesagt, wir waren im oberfränkischen Kulmbach. Dort haben wir auf dem Volksfest eine kreative Interpretation der Allgäuer Käsespätzle probiert.

Wer exotische Gerichte und außergewöhnliche Rezepte testen will, bucht in der Regel eine Reise nach Asien, Lateinamerika oder an andere Orte mit unterschiedlicher Kochkultur. Soweit mussten wir vier Volontäre der Günter Holland Journalistenschule nicht fahren. Genauer gesagt, wir sind ins Auto gestiegen und zwei Stunden später im oberfränkischen Kulmbach angekommen. Dort haben wir auf dem Volksfest eine kreative Interpretation der Allgäuer Käsespätzle probiert.

Zwei Wochen waren wir bei der Akademie der Bayerischen Presse in Kulmbach und lernten die Besonderheiten des Zeitungsjournalismus kennen. Wie recherchiere ich Themen richtig, wie schreibe ich eine packende Reportage und wie führe ich ein Interview? Zusammen mit acht weiteren Volontären, die für unterschiedliche Zeitungen schreiben, näherten wir uns diesen Themen an. Geleitet wurden die Kurse von Redakteuren der Süddeutschen Zeitung, der Frankenpost und der Nürnberger Nachrichten.

Ab aufs Volksfest

Aber auch nach den Seminartagen endete unsere Neugier nicht. Wir wollten Kulmbach kennenlernen. Und wie geht das einfacher, als durch einen Besuch des dortigen Volksfestes? Der Magen knurrte laut und so steuerten wir zielstrebig auf den Stand mit der Aufschrift „Käsespätzle“ zu – kann man nichts falsch machen, dachten wir uns. Der Blick auf die Auswahl erstaunte uns doch: Käsespätzle mit Oreos oder Nutella. Das soll schmecken? Sicher waren wir uns nicht, die Neugier war aber größer. Mit schlechter Vorahnung schoben wir einen Fünf-Euroschein über die Auslage und bestellten einmal Käsespätzle mit Oreos. Deftiger Käse, röstige Zwiebeln und süße Schokokekse – nun gut. Einen Versuch ist es wert. Das schelmische Grinsen des Verkäufers, als er unsere Bestellung hörte, ignorierten wir. „Ihr seid heute die ersten, die das bestellen“, sagte er noch. „Kann aber schmecken“, setzte er beherzt hinterher. Zweifelnd beobachteten wir, wie er die Kekse über den geschmolzenen Käse zerbrach. Vielleicht schmeckt‘s ja besser, als es aussieht. Kurz gesagt: tat es nicht. Unser Volokollege Max Kramer probierte den ersten Bissen, der zugleich auf Video festgehalten wurde. Ein Blick verrät mehr als tausend Worte, sagt ja schon ein altes Sprichwort.

Nach Seminarende gehts in die Berge

Wer sich den Bauch vollschlägt, braucht auch Bewegung zum Ausgleich. So schnappten sich Christof Paulus und ich unsere Rennräder und fuhren zum nahegelegenen Schneeberg. Entlang an kleinen Flüssen, quer durch malerische fränkische Dörfer und hinauf auf den Berg: 1051 Höhenmeter sagte die Karte. Der Ehrgeiz hatte uns gepackt, da radeln wir hoch! Keuchend traten wir in die Pedale und kämpften uns Meter um Meter voran, zwei Mal überholten uns Einheimische mit einer frechen Lockerheit auf ihrem Rad. Sei‘s drum. Verschwitzt und mit brennenden Oberschenkeln kamen auch wir am Gipfel an. Für die Aussicht auf das Fichtelgebirge hatte sich die Anstrengung gelohnt. Kurzes Erinnerungsfoto für die im Hotel zurückgebliebenen Kollegen und schon ging es wieder den Berg hinab. Runter gings dann ganz schnell. 

Christof Paulus und Brigitte Mellert schnappten sich nach Seminarende ihre Fahrräder und strampelten den Schneeberg in der Nähe vom Kulmbach hinauf.