Leonie Küthmann

Leonie Küthmann, Jahrgang 1993, im Allgäu geboren und aufgewachsen, verbrachte ihr Lokaljahr bei der Mindelheimer Zeitung. Zum Studium wagte sie sich vorher aber tatsächlich aus dem Allgäu heraus: Nach Konstanz, Oslo und ins schöne Augsburg. Während der Semesterferien in den Urlaub fahren? Auf keinen Fall: Leonie schlug unter anderem bei der Süddeutschen Zeitung in Freising, bei BR5 und SWR3 auf. Wenn sie heute Urlaub nimmt, dann nur, um Reitturniere anzusteuern, die Deutsche oder die Europameisterschaft der American Quarter Horses. Entgegen jedem Klischee vom Pferdemädchen redet sie nicht nur über Pferde, sondern diskutiert auch viel über Politik, Gesellschaft und Literatur, gerne auch auf Englisch, Spanisch oder Norwegisch.

Jeden Tag ein Abenteuer

Volontärin auf der Suche nach der Freiheit in den Bergen

Eine der Volontärinnen wandert in den Allgäuer Alpen, um zum Thema Freiheit zu recherchieren – und fühlt sich dabei eingeengt wie nie.

360-Grad-FotoKreativ sollte man sein, offen für neue Themen und natürlich sollte man schreiben können. Von Sportlichkeit war nie, wirklich nie, die Rede, als ich mich damals für das Volontariat beworben habe. Und doch war ich seitdem – neben meinen sportlichen Aktivitäten in der Freizeit – im Niedrigseilgarten, beim Schießen, bin viele Kilometer geradelt und war mehrmals in den Allgäuer Alpen wandern. So auch Anfang Oktober, für die Schwerpunktausgabe unseres Volontärjahrgangs.

Für die Volontärin geht es dieses Mal ins Allgäu

Mein Startpunkt ist Hinterstein, ein pittoresker Ort am Ende des Ostrachtals im Oberallgäu. Das Wetter zeigt sich an diesem Tag von einer Seite, die man nur „Goldener Oktober“ nennen kann, auch wenn man solche Phrasen abgedroschen findet. Mein Ziel ist die Willersalpe, dort will ich Markus Bertele, den Wirt, für die Seite drei unserer Schwerpunktausgabe interviewen.

Jedes Jahr erstellen die Volontäre der Günter Holland Journalistenschule eine Schwerpunktausgabe zu einem bestimmten Thema. Unseres lautet: Freiheit. Aber ich fühle mich nicht frei. Ich werde eingeengt, und zwar wortwörtlich, physisch, als ich an diesem Freitagvormittag gegen zehn Uhr loslaufe. Auf meinem Rücken: ein Rucksack, in dem sich eine Kamera befindet, die große, die für die ganz scharfen Fotos. Auf diesen Rucksack gespannt: ein zweiter Rucksack mit Wasser, Brotzeit und was man sonst in den Bergen so braucht. Auf meinem Kopf: eine Go-Pro. Die Tatsache, dass ich leicht erkältet bin und mein Nasen-Nebenhöhlen-System verschlossener ist als Fort Knox, trägt nicht unbedingt dazu bei, dass ich mich freier fühle.

Besonders wichtig: die crossmediale Aufbereitung des Artikels

Eine Stunde und dreißig Minuten braucht man laut den Schildern zur Willersalpe, aber aus jahrelanger Erfahrung weiß ich: Das kann ich schneller. Und unser Leser schafft den Aufstieg sogar noch schneller – zumindest indirekt. Für die Online-Version des Artikels filme ich den Aufstieg mit der Go-Pro, am Ende wird ein Zeitraffervideo von wenigen Minuten daraus.            

Willersalpe

„Du warsch doch neulich schomal da, bei dem Sauwetter.“ Markus Bertele erkennt mich sofort, als ich oben ankomme. Das liegt daran, dass wir uns bei meinem letzten Besuch ausführlich unterhalten haben – und nicht daran, dass wir uns im Allgäu alle untereinander kennen, was mir der ein oder andere Kollege gerne unterstellt.

Der Artikel soll am Ende in der Schwerpunktausgabe der Volontäre erscheinen

Nach einem halben Liter Apfelschorle und einem Kaffee ist mein fiebriger Kopf dann in der Lage, das Gespräch zu beginnen. Es dreht sich ziemlich viel um Freiheit, noch mehr um Klischees und ein kleines bisschen um Käse.  Meine Sorge, dass die Konversation zäh werden könnte, ist glücklicherweise unbegründet. Markus Bertele beantwortet meine Fragen zwar mit Bedacht, erfüllt sonst aber das Klischee des maulfaulen Allgäuers nicht. Und er lässt sich auch bereitwillig fotografieren: In der Hütte ist es dunkel, es gibt nur zwei kleine Fenster als Lichtquelle und ich denke pflichtbewusst daran, was ich in meinem Bild-Monat im September von AZ-Fotograf Silvio Wyszengrad gelernt habe.

So sieht es bei der Willersalpe aus

Zehn Minuten später verrenke ich mich vor der Hütte, sehr zum Amüsement einer Familie, die draußen ihre Brotzeit isst. Aber man muss beim 360-Grad-Foto eben darauf achten, dass keine ungünstigen Schatten oder die eigenen Füße mit drauf sind. Fun Fact: klappt nie.

Trotzdem irgendwie zufrieden mit der Tatsache, dass ich den Termin trotz Erkältung durchziehen konnte, und mit einem Ranken Käse im Gepäck steige ich wieder ab und fühle mich kurz ein bisschen frei, als mir klar wird: Ich habe all mein Material, technisch hat alles funktioniert und ich kann jetzt noch ein bisschen an einem sonnigen Freitagnachmittag auf einer Bank in den Bergen sitzen und auf schneebedeckte Gipfel schauen.

Fliegendes Klassenzimmer

Input für Volontäre: #newscamp2019

Im Newscamp 2019 lernen die Zeitungsvolontäre der Günter Holland Journalistenschule alles über neue Strategien im Zeitungs- und Verlagswesen – und darüber, wie viel Essen man innerhalb von zwei Tagen wirklich zu sich nehmen kann.

„Input“ würde man es in modernen Firmen wohl nennen: Futter fürs Gehirn – Vorträge, Workshops, Gespräche. Namhafte Redner von Zeitungen, Verlagshäusern, aber auch von Start-Ups. Erkenntnisgewinn war das eigentliche Ziel des Newscamps 2019. Gefühlt gab es den wirklich wichtigen „Input“ aber für den Magen: Mini-Leberkäs, Mini-Croissants, Mini-Butterbrezen – jedes erdenkliche Lebensmittel im Kleinformat. Aber auch Apfelstrudel, Kaiserschmarrn, Cold Brew Coffee, Salate, belegte Brote, Joghurt, Obstsalat … Okay, jetzt höre ich auf. Ach so, Kaviar gab es übrigens noch dazu. Auch wenn es sich vielleicht nicht so anhört: Wir waren nicht zwei Tage vom Arbeitsalltag freigestellt, um alle möglichen lukullischen Genüsse zu erleben, sondern um beim Newscamp 2019 zu erfahren, was es in der Medien- und Verlagsbranche Neues gibt.

Am Newscamp 2019 nahmen alle Zeitungsvolontäre der Günter Holland Journalistenschule teil

Alle Zeitungsvolontäre der Günter Holland Journalistenschule – aus dem ersten und dem zweiten Jahrgang, aus Augsburg und dem Allgäu – trafen sich also im Kongress am Park in Augsburg. Während der ein oder andere Volontär aus dem Allgäu noch über die lange Fahrt klagte, wurde die Veranstaltung von Kjersti Thornéus eröffnet, die definitiv eine noch längere Anreise hatte: Sie arbeitet beim norwegischen Medienkonzern Schibsted und erklärte in ihrem Vortrag, wieso „User Revenue“, also der Erlös, den ein Unternehmen pro Kunde macht, die neue Antriebskraft im Journalismus ist.

Fotos: Philipp Schulte

Die Volontäre lernen viel über Online-Journalismus und Social Media

Thorneus‘ Vortrag war nur der Auftakt zu einer Veranstaltung, in der immer wieder folgende Fragen aufkamen: Wie kann man jüngere Medienkonsumenten an sich binden? Welche Online-Modelle sind sinnvoll? Wie kann man online stark sein und trotzdem das Print-Produkt nicht vernachlässigen? In  den Vorträgen ging es viel um Social Media, vor allem um Instagram und die dort etablierten Story-Formate, die mittlerweile auch Google anbietet. Und auch die positiven Erfahrungen des ZDF signalisierten hoffentlich den letzten Zweiflern: Sorry, ihr kommt an neuen Formaten auf Social Media eben doch nicht vorbei. Besonders interessant waren hierzu die Vorträge vom Journalisten Richard Gutjahr, und von David Grant, der bei Facebook arbeitet. Gutjahr plädierte dafür, Plattformen wie Instagram oder Facebook aktiv zu nutzen, sie nicht „den Rechten zu überlassen“. Grant hingegen beschrieb, wie Facebook in den USA mittlerweile verstärkt auf die Zusammenarbeit mit regionalen Medien setzt.

Am Ende des Newscamps sind wir alle im #foodcoma

Online und das Lokale – zwei Themen, die wir auch in den zahlreichen Pausen viel diskutierten. Zwar stehen die einen von uns quasi noch am Anfang ihres Lokaljahres, die anderen haben es bereits hinter sich, Erfahrungen haben wir aber mittlerweile alle gemacht. Und Ideen haben wir sowieso. Am Ende der zwei Tage waren wir ganz schön müde – das lag aber bestimmt nur daran, dass wir ständig aufmerksam gelauscht haben und nicht am – wie man auf Instagram – sagen würde: #foodcoma.#

Zahlreiche Start-Ups haben ihre Produkte auf dem News-Camps 2019, einer Digital-Konferenz für Verlage und Medienunternehmen, in Augsburg den Teilnehmern präsentiert. In diesem Video ist Oliver Seidl zu sehen, der die Live-Blogging-Software „Storytiel“ vorgestellt hat. Sie hilft, von Events live zu bloggen und Fotos direkt zu publizieren. Video: Philipp Schulte    

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Traum-Termin für tierliebe Volontäre

Ja, wir arbeiten viel. Schreiben, fotografieren, filmen, posten, redigieren, Seiten bauen, Interviews führen, Seminare besuchen. Kein Tag ist wie der nächste und kein Termin gleicht dem anderen. Und wenn man ehrlich ist, gibt es Termine, die schöner sind als andere. Und bei mir persönlich sind das alle Termine, die irgendwie mit Tieren – speziell mit […]

Ja, wir arbeiten viel. Schreiben, fotografieren, filmen, posten, redigieren, Seiten bauen, Interviews führen, Seminare besuchen. Kein Tag ist wie der nächste und kein Termin gleicht dem anderen. Und wenn man ehrlich ist, gibt es Termine, die schöner sind als andere. Und bei mir persönlich sind das alle Termine, die irgendwie mit Tieren – speziell mit Pferden – zu tun haben. In meiner Zeit an der Günter Holland Journalistenschule hatte ich schon Termine auf diversen Bauernhöfen, auf einer Freilandfarm für Hühner und bei einer Rehaklinik für Pferde. Dass ich gerade in letzterem Fall diese Treffen mit den Interviewpartnern immer für Frühjahr geplant habe, ist natürlich reiner Zufall. Es liegt auf keinen Fall daran, dass im Frühjahr Fohlenzeit ist …

Volontäre der Günter Holland Journalistenschule machen auf Terminen oft auch tierische Bekanntschaften

Journalismus macht noch mehr Spaß, wenn Pferde involviert sind. Foto: Ulrich Wagner

Eines der schönsten Erlebnisse für die Volontärin der Augsburger Allgemeinen: das Fohlen Elliot kennenlernen

 

Als Volontärin macht man immer neue Bekanntschaften. Der kleine Elliot war definitiv eine der süßesten! Foto: Johanna Oswald