Maximilian Kramer



Alles, was uns bewegt

Volos und Videos – Liebe auf den ersten Tag

Die 12 Jungvolos durften endlich raus aus dem Schulungsraum und selbst Videos drehen.

Ein Drehbuch schreiben, Szenerien auswählen, filmen und Videos schneiden. All das gehört heute zur Arbeit eines Zeitungsredakteurs dazu. Für die Jungvolos der Günter Holland Journalistenschule heißt das: Raus aus dem Schulungsraum und ab hinter die Kamera.

Zeitungsjournalist zu sein, bedeutet schon lange nicht mehr nur: Recherchieren, Sortieren, Abtippen. Das Bedürfnis nach crossmedial aufbereiteten Inhalten ist vor allem durch soziale Medien stark gestiegen – und damit auch unser Anspruch, diese Nachfrage zu befriedigen. So stand kurz vor Schluss der sieben Einführungswochen an der Günter Holland Journalistenschule ein eintägiger Video-Crashkurs auf dem Programm, den Karl „Charly“ Rauch, ehemaliger Chef vom Dienst der Augsburger Allgemeinen, leitete.

Ein ehrgeiziges Ziel

Er formulierte ein ehrgeiziges Ziel: Am Ende des Tages sollte jeder der zwölf Jung-Volontäre in der Lage sein, eine Video-Kamera professionell zu bedienen, ein Drehbuch zu erstellen, mehrere Szenerien und Gesprächspartner angemessen und aus verschiedenen Perspektiven zu filmen, und all das schließlich so zu schneiden, dass ein semi-professioneller Kurz-Film entstehen könne. Puh. An einem Tag?

Kniffe aus jahrzehntelanger Erfahrung

Aber gut, dachte man sich, pack ma’s an. Der Vormittag war dem Theorie-Teil gewidmet, in dem Herr Rauch sämtliche Kniffe aus jahrzehntelanger Bewegtbild-Erfahrung teilte. Etwa, welche Perspektiven das Auge als angenehm wahrnimmt, wie abwechselnde Einstellungsgrößen die Aufmerksamkeit steigern oder wie man stabil filmt („Der Mensch hat nicht umsonst zwei Arme“). Nach einer ersten Probe aufs Exempel, einem Kurzfilm über das Schälen eines Apfels, bildeten die Jungvolos vier Gruppen, in denen sie das Gelernte nun umsetzen sollten.

Trubel, Tipps, Tippkick-Turnier

Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt – Freiheit, die die Gruppen mit viel Freude zu nutzen wussten. So entstanden im Laufe weniger Stunden ganz unterschiedliche, aber immer wohlüberlegte Kurzfilme. Mal ging es um die Leiden des busfahrenden oder des parkplatzsuchenden AZ-Volkes, mal um lustige Tipps für kalte Wintertage, mal um ein verbissenes Tippkick-Turnier zwischen Redakteuren und Volos. Am besten sehen Sie selbst.

Näher an der Goldenen Ananas – aber…

Natürlich waren die Produktionen näher an der goldenen Ananas als am Oscar, das geschulte Auge von Herrn Rauch identifizierte in Sekundenbruchteilen gnadenlos auch kleinste handwerkliche Ungereimtheiten. Trotzdem: Dafür, dass unter den Jung-Volos zuvor kaum jemand Erfahrungen im professionellen Umgang mit Videos gemacht hatte, war der Fortschritt innerhalb eines Tages durchaus beachtlich. Und Spaß hatte es auch gemacht.