Maria Heinrich

Maria Heinrich, Jahrgang 1992, ist in Fürth aufgewachsen. Sie kann trotzdem einwandfrei harte Konsonanten aussprechen. So richtig gefränkelt wird nur mit Oma am Telefon. In Nürnberg und München hat sie Technikjournalismus und Technikphilosophie studiert. Trotzdem kann sie nicht wie aus der Pistole geschossen erklären, wie ein Roboter funktioniert. Maria interessiert sich vor allem für die gesellschaftlichen Auswirkungen, die Technik in vielen Lebensbereichen hat. In ihrer Freizeit schnappt sie sich am liebsten ihre Hündin Emma und stiefelt über Stock und Stein durch die Welt. Ihr erstes Jahr als Volontärin hat sie in der Lokalredaktion Gersthofen verbracht. Jetzt schreibt sie für die Mantelredaktion der Augsburger Allgemeinen.

Fliegendes Klassenzimmer

Fakt oder Fake? GHJS-Volontärinnen im TechCamp

Drei Volontärinnen der Augsburger Allgemeinen beschäftigen sich auf einer dreitägigen internationalen Konferenz in der Akademie der Politischen Bildung in Tutzing mit Fake News.


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Drei Tage Konferenz mit interessanten Menschen, spannenden Themen und direkt vor der herrlichen Kulisse des Starnberger Sees. Das war das TechCamp an der Politischen Akademie in Tutzing, für das sich wir, drei Volontärinnen der Augsburger Allgemeinen – Leonie Küthmann, Mareike König und Maria Heinrich –, beworben hatten und ausgewählt worden waren. Das Thema der dreitägigen Veranstaltung: Fakt oder Fake?

Zusammen mit 50 Teilnehmern, darunter Journalisten, Lehrer, Wissenschaftler und Unternehmer haben wir uns in Seminaren, Workshops und Gruppenarbeiten mit verschiedenen Aspekten des Themas Fake News auseinandergesetzt. Was sind Fake News? Wie werden sie eingesetzt? Mit welchen Werkzeugen erkennt man gefälschte Bilder oder Videos?  Welche Organisationen arbeiten daran, Desinformationen aufzudecken?

Die Herausforderung für die Volontärinnen: Challenges überwinden und eigene Projekte erarbeiten

Bei kurzen Vorstellungsrunden erklärten, die „Trainer“, welche Themen in ihrem jeweiligen Workshop bearbeitet werden.

Veranstalter des TechCamp waren die Akademie für Politische Bildung in Tutzing und das US-Generalkonsulat in München, das neben der Finanzierung des Camps auch die Förderung einzelner Projekte übernimmt. Denn das war letztlich das Ziel des TechCamps: in kleinen Gruppen sogenannte Challenges erarbeiten und konkrete Projekte entwickeln, die mit der Förderung des Konsulats auch umgesetzt werden können.

Im TechCamp war alles auf Englisch. Am Anfang kostet das Überwindung

An unserer Seite standen sieben Trainer, die aus der ganzen Welt angereist waren: USA, UK, Kirgisistan, Tschechien, Polen, Bosnien-Herzegowina und Ukraine. Auch die Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Ländern, unter anderem aus Tschechien, Israel, Frankreich, und Deutschland. Die Konferenz fand deshalb durchgehend auf Englisch statt. Das war für mich anfangs eine Herausforderung, aber wenn man die ersten Hemmungen abgelegt hat und sich alle näher kennengelernt haben, kommt das Englisch irgendwann ganz leicht über die Zunge.

In kleinen Gruppen erarbeiteten wir Ideen, wie man gegen Fake News vorgehen könnte …

… und präsentierten diese dann dem Plenum.

Jeder von uns durfte drei Sessions á 90 Minuten besuchen. Die Schwerpunktthemen, über die wir mehr lernen wollten, waren zum Beispiel: emotionale Sprache und künstliche Intelligenz, Recherchetools für Bilder, Videos, Facebook und Twitter, Tipps und Tricks, um Desinformationen zu erkennen und zu entlarven. Zwischen den Sessions eingeplant waren immer zahlreiche Pausen, in denen wir uns mit den anderen Teilnehmer ausgetauscht haben. Die Themen waren so abwechslungsreich, dass es immer Diskussionsbedarf gab.

Das sagen die Volontärinnen der Günter Holland Journalistenschule zum TechCamp:

Leonie Küthmann: „Das TechCamp war definitiv eine Bereicherung – nicht nur, um den eigenen Blick für Falschinformationen zu schulen, sondern auch, weil sich viele der Tools und Debunking-Strategien leicht in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Diese Tools und Strategien zu kennen und weiterzuverbreiten, ist ein erster Schritt, wenn es darum geht, eine Fakt-Checking-Kultur in deutschen Redaktionen zu etablieren – und das ist dringend nötig!“

Maria Heinrich: „Die Atmosphäre im TechCamp war einzigartig: geprägt von geballter Kreativität und Motivation und dem Wunsch der Teilnehmer, den Journalismus und die Medienlandschaft weltweit ein Stückchen besser zu machen. Selten hat man im Arbeitsalltag die Gelegenheit, sich so intensiv und im Austausch mit anderen Menschen, die nicht alle in der Journalisten-Bubble leben, über Fake News zu unterhalten. Klasse war außerdem, dass wir eigene Projekte entwickeln durften, die eventuell sogar gefördert werden.“

Mareike König: „Ich fand das TechCamp toll. Besonders gefallen hat mir, dass so viele Trainer und Teilnehmer aus Osteuropa da waren. Diese Länder fallen manchmal etwas unter den Tisch. Und man hat ja eigentlich ein Bild im Kopf, dass es dort in den Medien nicht so gut läuft. Aber es gibt viele Menschen, die sich dort  innovativ für den Journalismus einsetzen. Es war für mich besonders spannend, mit welchen Recherchetools sie im investigativen Bereich arbeiten. Dazu haben wir ja leider in unserem Alltag nicht so oft Gelegenheit.“

Jeden Tag ein Abenteuer

Doppelt gelohnt, zweifacher Spaß

Endspurt kurz vor dem Ziel in Mittelneufnach: Volontärin Maria Heinrich zusammen mit ihrer Hündin Emma.

GHJS-Volontärin hatte das Glück, auf zwei Recherche-Termine ihre Hündin Emma mitzunehmen.


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Morgens, wenn ich aus der Tür gehe, dann blickt sie mir mit traurigen Kulleraugen hinterher. Am Abend, wenn ich aus der Redaktion nach Hause komme, wedelt der Schwanz vor Freude durch die Luft. Meine Hündin Emma hat sich mittlerweile vollkommen auf meinen Alltag als Volontärin an der GünterHollandJournalistenschule eingestellt und sich meinem Tagesrhythmus angepasst. Umso größer war für mich deshalb die Freude, als Emma mich auf zwei Redaktions-Termine begleiten durfte.

Ich volontiere derzeit in der Redaktion Augsburger Allgemeine Land in Gersthofen. Dort erscheinen immer wieder Serien. Jedes Jahr im Frühjahr testen die Redakteure zum Beispiel verschiedene Sportarten und berichten den Lesern von ihren Erfahrungen. „Fit wir ein Turnschuh“ nennt sich das Projekt. Weil Emma ein absolut energiegeladenes Hündchen ist, habe ich vorgeschlagen, mit ihr gemeinsam die Hundesportart Agility auszuprobieren. Dabei muss der Hund verschiedene Hürden überwinden, zum Beispiel über eine Wippe gehen oder durch einen Tunnel krabbeln. Der Mensch marschiert immer mit und gibt seinem Tier die Kommandos.

Fit wie ein Turnschuh: Volontärin Maria Heinrich beim Hundesport mit ihrer Hündin Emma.

Bei uns lief das ein wenig anders, als ich mir das vorher vorgestellt hatte: Emma ist im Affenzahn über die Hürden gehopst, über die Stäbe durch die Luft geflogen und durch den Hundetunnel gerast (siehe Bilder). Runde für Runde wurde sie schneller und kletterte mühelos über eine steile Wand und die Wippe.

Fit wie ein Turnschuh: Volontärin Maria Heinrich beim Hundesport mit ihrer Hündin Emma.

Ich dagegen bin kaum hinterhergekommen. Emma war mir immer ein Hindernis voraus, sodass das mit den Kommandos nicht ganz funktioniert hat. Nach fünf Minuten hatte ich bereits Seitenstechen und war am Keuchen. Doch es hat mir Freude bereitet, weil Emma beim Herumrasen so viel Energie zeigte. Ein lustiger Termin, der mit Emma doppelt  Spaß gemacht hat.

Sportlich ging es auch bei unserem zweiten gemeinsamen Termin zu. In der Redaktion betreuen die Redakteure die sogenannte Grenzgänger-Serie. Dabei läuft jeder Autor eine Strecke entlang der Landkreisgrenze, bis das Gebiet insgesamt einmal umrundet ist. Es geht vor allem darum, auf seinem Weg Geschichten aus der Umgebung zu finden und die Leute vor Ort kennenzulernen. Für meine sieben Kilometer lange Wanderung hat es sich natürlich angeboten, Emma auch dieses Mal mitzunehmen (siehe Video).

Es war ein richtig heißer Tag. Obwohl wir schon um halb acht in der Früh losgelaufen sind, hatte es bald über 30 Grad. Emma hat tapfer durchgehalten und wurde auf dem Weg von den Einheimischen ganz lieb mit viel Wasser und noch mehr Streicheleinheiten umsorgt. Sie war wie ein Türöffner zu den Leuten und den Geschichten. Da hat es sich doppelt gelohnt, sie auf meine Wanderung mitzunehmen. Denn zu zweit läuft es sich einfach viel schöner.

Im Augsburger Landkreis unterwegs: Maria Heinrich auf dem Weg von Walkertshofen nach Mittelneufnach – mit dabei Hündin Emma.

Jeden Tag ein Abenteuer

Die Tücken der Technik – Wie eine Kamera zum besten Freund werden kann

Das Telefon in der Hand und den Voloblog stets im Blick: Volontärin Maria Heinrich an ihrem Arbeitsplatz in der Lokalredaktion in Gersthofen. Bild: Katharina Forstmair

Sechs Jahre Studium liegen hinter mir. Meine Fächer waren Technikjournalismus und Technikphilosophie. Jetzt startet endlich meine Ausbildung als Volontärin an der Günter Holland Journalistenschule in der Redaktion der Augsburger Allgemeinen. Warum die Technik mir den Einstand nicht leichtgemacht hat.


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Endlich geht es los! Zum 1. Januar bin ich in meinen Traumjob als Redaktionsvolontärin bei der Augsburger Allgemeinen gestartet. Eine aufregende Zeit hat begonnen. Der Weg an einen heiß begehrten Schreibtisch bei der regionalen Tageszeitung dauerte sechs Jahre. Ein Bachelor- und ein Masterstudium, vollgepackt mit Hausarbeiten, Referaten und Lerngruppen, liegen hinter mir. Vor mir befindet sich eine neue Welt, in der mir nicht alles wohlgesonnen ist.
Im Bachelor habe ich Technikjournalismus studiert. Naturwissenschaften und Technik finde ich schon immer faszinierend, darüber journalistisch zu berichten und komplexe Themen aufzubereiten, ist einfach die Wucht. Ich war immer Feuer und Flamme, egal ob für Maschinenbau oder Chemie, Differentialgleichungen oder elektrotechnische Schaltungszeichnungen.

Der große Unterschied zwischen Theorie und Praxis

Im Masterstudium der Technikphilosophie wurde es dann so richtig spannend. Wir haben uns vor allem angeschaut, welche Auswirkungen Technik auf den Menschen und die Gesellschaft hat. Ist ein Smartphone die Erweiterung des Geistes? Wer übernimmt Verantwortung für autonom fahrende Fahrzeuge? Darf man Senioren einem Pflegeroboter anvertrauen? Über viele wichtige Fragen habe ich mir den Kopf zerbrochen.
Jetzt habe ich die Theorie hinter mir gelassen und bin mit dem Volontariat in die Praxis gestartet. Die Technik begleitet mich weiterhin. Auch wenn ich weiß, was ein Integral ist und wie Hans Jonas das Prinzip der Verantwortung begründet, scheitere ich im Alltag an den kleinen Dingen. Denn wie man eigentlich ein E-Mail-Postfach einrichtet, war nie Bestandteil einer Prüfung. Nach vielen Hilfeanrufen in der IT-Abteilung, kenne ich dafür mittlerweile die netten Kollegen aus der Technik.

Wenn sich Telefon und Drucker gegen einen stellen

Das Telefon muss mich auch erst näher kennenlernen. Bisher vermisst es noch meinen Vorgänger und fremdelt mit mir. Vor allem, wenn ich einen Anruf zu Kollegen weiterleite, muss ich arg betteln, damit es nicht ausversehen im Büro des Chefs klingelt.
Der Drucker und ich hatten auch keinen leichten Start. Langsam haben wir uns angenähert. Uns aus der Ferne misstrauisch beäugt. Dann kleine Schritte aufeinander zu gemacht. Erst mal eine Seite in Schwarzweiß probiert, dann mal zwei. Die farbige A3-Seite ging dem Gerät dann doch zu schnell, und es schaltete erst mal mit einem Papierstau auf stur. Ich habe mich entschuldigt, der Drucker hat mir verziehen, vielleicht werden wir ja doch noch dicke Kumpels.
Bei der Kamera und mir war es dafür Liebe auf den ersten Blick. Sie hat gleich gemerkt, dass ich Anfängerin bin. Und hat mir alle Fehler beim Einstellen von Blende und Belichtungszeit großzügig verziehen. Dafür hat sie bei mir wirklich etwas gut.
Die erste Woche in der Lokalredaktion ist geschafft. Die Kollegen sind super nett und hilfsbereit. Und wenn ich mich erst mal mit den restlichen technischen Bewohnern der Redaktion auf Du und Du und wir uns mehr vertrauen, dann geht es richtig los.