Maria Heinrich

Maria Heinrich, Jahrgang 1992, ist in Fürth aufgewachsen. Sie kann trotzdem einwandfrei harte Konsonanten aussprechen. So richtig gefränkelt wird nur mit Oma am Telefon. In Nürnberg und München hat sie Technikjournalismus und Technikphilosophie studiert. Trotzdem kann sie nicht wie aus der Pistole geschossen erklären, wie ein Roboter funktioniert. Maria interessiert sich vor allem für die gesellschaftlichen Auswirkungen, die Technik in vielen Lebensbereichen hat. In ihrer Freizeit schnappt sie sich am liebsten ihre Hündin Emma und stiefelt über Stock und Stein durch die Welt. Ihr erstes Jahr als Volontärin hat sie in der Lokalredaktion Gersthofen verbracht. Jetzt schreibt sie für die Mantelredaktion der Augsburger Allgemeinen.

Fliegendes Klassenzimmer

Volontärinnen sprechen auf dem schwäbischen Lehrermedientag

Zwei Volontärinnen erklärten Lehrern beim schwäbischen Lehrermedientag, was Fake News sind und wie sie Schülern im Unterricht helfen können, Fake News zu entlarven. Sie stellten Programme vor, die dabei helfen können, und erzählten von ihrem Alltag als Volontäre der Günter Holland Journalistenschule.

Was sind eigentlich Fake News? Wie unterscheiden sie sich von seriösen Inhalten? Wie kann ich sie entlarven? Und welche Werkzeuge können dabei helfen? Über all diese Fragen habe ich mit meiner Volo-Kollegin Leonie auf dem schwäbischen Lehrermedientag gesprochen. Wir haben dort zusammen einen 90-minütigen Workshop für Lehrer veranstaltet und darin über die Definition, die Gefahren und die Ziele von Fake News gesprochen.

Wir beide hatten schon auf unterschiedliche Art und Weise mit Fake News zu tun. Unter anderem waren wir für die Augsburger Allgemeine beide auf dem TechCamp an der Akademie für politische Bildung in Tutzing, einem dreitägigen Seminar rund um das Thema Fake News und Faktenchecking. Für ein Projekt, das wir dort entwickelt haben, haben wir sogar einen Preis bekommen.  

Volontärinnen erklären, was Fake News sind 

Der Lehrermedientag findet einmal im Jahr statt. 2019 nahmen mehr als 370 Pädagogen aller Schularten aus ganz Schwaben teil. Das Thema der Veranstaltung: Wie digital kann Schule sein und welche Werte gelten in einer digitalen Gesellschaft? In diesem Jahr war der Lehrermedientag erstmals Teil einer dreitägigen Bildungsmesse, EDUswabia 2019, die in Zusammenarbeit mit der Augsburger Allgemeinen ausgerichtet wurde. Lehrer aller Schularten hatten am Berufsschulzentrum Neusäß die Gelegenheit, sich in 50 Workshops mit den neuesten Entwicklungen in der digitalen Welt auseinanderzusetzen.

In unserem Workshop über Fake-News wollten wir den Lehrern zuallererst erklären, was Fake News eigentlich sind. Denn international gibt es verschiedene Definitionen des Begriffs. Wir beziehen uns auf eine Erklärung der Europäischen Kommission: Fake News sind „nachweislich falsche oder irreführende Informationen, die mit dem Ziel des wirtschaftlichen Gewinns oder der vorsätzlichen Täuschung der Öffentlichkeit vorgelegt und verbreitet werden und öffentlichen Schaden anrichten können“.

Wie arbeiten eigentlich Redakteure und Volontäre?

Damit die Lehrer den Unterschied zwischen Fake News und seriös recherchierten Fakten noch besser verstehen, haben wir ihnen deshalb erklärt, wie professionelle Volontäre und Redakteure arbeiten und an welche Qualitätskriterien sie sich halten. Wichtig ist zum Beispiel, dass eine Information immer von mindestens zwei Quellen bestätigt sein sollte. Zudem gilt: Wahrheit ist wichtiger als Aktualität.

Leonie Küthmann (links) und Maria Heinrich auf dem Lehrermedientag. Bild: Ulrich Wagner

Darüber hinaus ging es in dem Fake-News-Workshop auch darum, wie Schüler heutzutage eigentlich Nachrichten konsumieren. Hier konnte Leonie ihr Wissen vom Schülermedientag einbringen, der ebenfalls von der Augsburger Allgemeinen veranstaltet wird und der im Mai stattfand. Sie erklärte den Lehrern, dass Jugendliche sich heutzutage fast ausschließlich in sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook, Snapchat oder WhatsApp bewegen. Sie kommen dort auf unterschiedliche Art und Weise mit Fake News in Berührung. Eine der beliebtesten Apps unter Teenagern ist TikTok, eine Plattform, auf der sie kurze Videoschnipsel posten. Viele Schüler berichteten außerdem, dass sie kaum noch Zeitung lesen und dass sie fast alle Nachrichten aus sozialen Netzwerken beziehen.

Im Gegensatz zu ihren Schüler waren dagegen viele Lehrer in unserem Workshop nur vereinzelt bis gar nicht Mitglieder in sozialen Netzwerken. Doch sie waren neugierig und wollten lernen, wie zum Beispiel Instagram funktioniert und wie sich auf Facebook und Youtube Fake News verbreiten können.

Programme helfen, Fake News im Internet aufzudecken

Besonders groß war bei den Teilnehmer die Nachfrage nach Hilfsmitteln und Tools, die beim Erkennen von Fake News helfen können. Im Internet gibt es zum Beispiel viele hilfreiche Werkezeuge. Eines davon ist die Bilder-Rückwärtssuche. Mithilfe dieser Funktion kann man herausfinden, wo ein Foto bereits überall hochgeladen wurde und wer das Foto ursprünglich verbreitet hat. Eine ähnliche Funktion gibt es auch für Videos.

Wir haben aber auch Programme vorgestellt, die anzeigen, ob und wie ein Foto manipuliert und bearbeitet wurde. Interessant fanden die Teilnehmer außerdem die Webseiten, auf denen alte Internetseiten archiviert werden und die den Webseitenbetreiber ausfindig machen. Solche Programme und Tools lassen sich leicht in den Unterricht einbauen, wenn die sie Schüler selbst ausprobieren und damit Fakten und Fake News überprüfen können.

Die Referentenpässe für den Lehrermedientag. Bild: Maria Heinrich

Jeden Tag ein Abenteuer

Volontärin genießt das Korrespondentenleben in München

Maria Heinrich, Volontärin im zweiten Jahr, verbrachte einen Monat in München als Korrespondentin der Augsburger Allgemeinen. Foto: Maria Heinrich

Zur Ausbildung im zweiten Jahr der Volontäre der Günter Holland Journalistenschule gehören viele verschiedene Stationen in unterschiedlichen Ressorts. Ein besonderes Highlight ist der Monat im Korrespondenten-Büro in München.

Zu der Ausbildung im zweiten Jahr der Volontäre der Günter Holland Journalistenschule gehören viele verschiedene Stationen in unterschiedlichen Ressorts. Zum
Beispiel in der Digital-Redaktion, im Sport, beim Radio oder Fernsehen. Ein ganz besonderes Highlight ist der Monat im Korrespondenten-Büro in München. Dort arbeitet der Kollege Uli Bachmeier, im gleichen Büro sitzen außerdem Henry Stern von der Main-Post und Roland Englisch von den Nürnberger Nachrichten. Die Räume liegen direkt in der Nähe des Bayerischen Landtags und wenn man aus dem Bürofenster blickt, kann man sogar die goldene Spitze des Friedensengels erkennen.

München bietet für die Volontäre die Gelegenheit, viele bunte Themen zu bearbeiten, auf viele Termine zu gehen und das politische Geschehen in Bayern direkt kennenzulernen. Ich streifte für eine Seite-3-Recherche über den Münchner Hauptbahnhof, befragte Münchner Bürger über antisemitische Vorfälle, berichtete über die Probleme mit E-Scootern und traf den 21-jährigen Felix Finkbeiner, der vor zwölf Jahren die Umweltschutz-Organisation Plant for the Planet gegründet hat.

Der Landtag pausiert, die Augsburger Volontärin arbeitet

Weil im August der Bayerische Landtag Sitzungspause hat und die Abgeordneten alle im Urlaub sind, bekam ich leider nicht so viel vom politischen Geschehen mit. Uli Bachmeier nahm mich deshalb zu vielen Interviews mit, zum Beispiel mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und CSU-Generalsekretär Markus Blume. Ich konnte mir von ihm das ein oder andere abschauen. Außerdem gab er mir viele hilfreiche Tipps zu dem Umgang mit Spitzenpolitikern und den ein oder anderen Trick für die Recherche. Besonders interessant war für mich eine Pressekonferenz der Münchner Polizei. Dort sprach auch der bekannte Pressesprecher Marcus da Gloria Martins, der vor ein paar Jahren während des Amoklaufs in München die gesamte Kommunikations-Strategie leitete und den ich schon immer mal persönlich kennenlernen wollte.

Die Volontäre können Münchens Schmankerl auskosten

Eine schöne Abwechslung war es außerdem, für einen Monat das Kantinenessen in der Augsburger Zentrale gegen das kulinarische Angebot im Münchner Lehel zu tauschen. Kein fader Brokkoli mit einer unidentifizierbaren weißen Soße drauf – stattdessen ging es mittags zum Inder, zum Afghanen oder in den Biergarten – herrlich! Beim Durchsehen der Bilder, die ich im München Monat so mit dem Smartphone aufgenommen habe, ist mir außerdem eine weitere Sache aufgefallen. Offensichtlich war ich sehr angetan von den vielen süßen Hunden in U- und S-Bahn. Zwischen Fotos von den vielen offiziellen Presseterminen habe ich immer wieder einen Schnappschuss mit Hündchen entdeckt. Wie niedlich. 

Fliegendes Klassenzimmer

Fakt oder Fake? GHJS-Volontärinnen im TechCamp

Drei Volontärinnen der Augsburger Allgemeinen beschäftigen sich auf einer dreitägigen internationalen Konferenz in der Akademie der Politischen Bildung in Tutzing mit Fake News.

Drei Tage Konferenz mit interessanten Menschen, spannenden Themen und direkt vor der herrlichen Kulisse des Starnberger Sees. Das war das TechCamp an der Politischen Akademie in Tutzing, für das sich wir, drei Volontärinnen der Augsburger Allgemeinen – Leonie Küthmann, Mareike König und Maria Heinrich –, beworben hatten und ausgewählt worden waren. Das Thema der dreitägigen Veranstaltung: Fakt oder Fake?

Zusammen mit 50 Teilnehmern, darunter Journalisten, Lehrer, Wissenschaftler und Unternehmer haben wir uns in Seminaren, Workshops und Gruppenarbeiten mit verschiedenen Aspekten des Themas Fake News auseinandergesetzt. Was sind Fake News? Wie werden sie eingesetzt? Mit welchen Werkzeugen erkennt man gefälschte Bilder oder Videos?  Welche Organisationen arbeiten daran, Desinformationen aufzudecken?

Die Herausforderung für die Volontärinnen: Challenges überwinden und eigene Projekte erarbeiten

Bei kurzen Vorstellungsrunden erklärten, die „Trainer“, welche Themen in ihrem jeweiligen Workshop bearbeitet werden.

Veranstalter des TechCamp waren die Akademie für Politische Bildung in Tutzing und das US-Generalkonsulat in München, das neben der Finanzierung des Camps auch die Förderung einzelner Projekte übernimmt. Denn das war letztlich das Ziel des TechCamps: in kleinen Gruppen sogenannte Challenges erarbeiten und konkrete Projekte entwickeln, die mit der Förderung des Konsulats auch umgesetzt werden können.

Im TechCamp war alles auf Englisch. Am Anfang kostet das Überwindung

An unserer Seite standen sieben Trainer, die aus der ganzen Welt angereist waren: USA, UK, Kirgisistan, Tschechien, Polen, Bosnien-Herzegowina und Ukraine. Auch die Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Ländern, unter anderem aus Tschechien, Israel, Frankreich, und Deutschland. Die Konferenz fand deshalb durchgehend auf Englisch statt. Das war für mich anfangs eine Herausforderung, aber wenn man die ersten Hemmungen abgelegt hat und sich alle näher kennengelernt haben, kommt das Englisch irgendwann ganz leicht über die Zunge.

In kleinen Gruppen erarbeiteten wir Ideen, wie man gegen Fake News vorgehen könnte …

… und präsentierten diese dann dem Plenum.

Jeder von uns durfte drei Sessions á 90 Minuten besuchen. Die Schwerpunktthemen, über die wir mehr lernen wollten, waren zum Beispiel: emotionale Sprache und künstliche Intelligenz, Recherchetools für Bilder, Videos, Facebook und Twitter, Tipps und Tricks, um Desinformationen zu erkennen und zu entlarven. Zwischen den Sessions eingeplant waren immer zahlreiche Pausen, in denen wir uns mit den anderen Teilnehmer ausgetauscht haben. Die Themen waren so abwechslungsreich, dass es immer Diskussionsbedarf gab.

Das sagen die Volontärinnen der Günter Holland Journalistenschule zum TechCamp:

Leonie Küthmann: „Das TechCamp war definitiv eine Bereicherung – nicht nur, um den eigenen Blick für Falschinformationen zu schulen, sondern auch, weil sich viele der Tools und Debunking-Strategien leicht in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Diese Tools und Strategien zu kennen und weiterzuverbreiten, ist ein erster Schritt, wenn es darum geht, eine Fakt-Checking-Kultur in deutschen Redaktionen zu etablieren – und das ist dringend nötig!“

Maria Heinrich: „Die Atmosphäre im TechCamp war einzigartig: geprägt von geballter Kreativität und Motivation und dem Wunsch der Teilnehmer, den Journalismus und die Medienlandschaft weltweit ein Stückchen besser zu machen. Selten hat man im Arbeitsalltag die Gelegenheit, sich so intensiv und im Austausch mit anderen Menschen, die nicht alle in der Journalisten-Bubble leben, über Fake News zu unterhalten. Klasse war außerdem, dass wir eigene Projekte entwickeln durften, die eventuell sogar gefördert werden.“

Mareike König: „Ich fand das TechCamp toll. Besonders gefallen hat mir, dass so viele Trainer und Teilnehmer aus Osteuropa da waren. Diese Länder fallen manchmal etwas unter den Tisch. Und man hat ja eigentlich ein Bild im Kopf, dass es dort in den Medien nicht so gut läuft. Aber es gibt viele Menschen, die sich dort  innovativ für den Journalismus einsetzen. Es war für mich besonders spannend, mit welchen Recherchetools sie im investigativen Bereich arbeiten. Dazu haben wir ja leider in unserem Alltag nicht so oft Gelegenheit.“