Elisa Glöckner

Elisa Glöckner ist ein Kind der 90er. Nach dem Abitur schlug die gebürtige Mittelfränkin den juristischen Weg an der Uni Leipzig ein. Sie verlief sich bei Connewitz, bevor sie den Weg nach Passau fand. Hier studierte sie irgendwas mit Medien. Schreiben darf sie ab sofort für die Lokalredaktion in Neuburg an der Donau. Das liegt in Oberbayern. Elisa ist gespannt darauf, ob man ihr dort das Schwäbeln abgewöhnen kann. Ihre Freizeit verbringt sie übrigens mit Weltenbummelei – und Schokolade. Mag außerdem: Lavendel, Granatäpfel und Jimmy Page.

Jeden Tag ein Abenteuer

Eine Volontärin sieht rot – und manchmal auch grün

Die Tage als Großstadtreporterin im Münchner Korrespondentenbüro der Augsburger Allgemeinen sind abwechslungsreich. Pressekonferenzen und Veranstaltungen geben den Rhythmus vor. Doch häufig entscheiden auch Farben, was in der Zeitung steht.   


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Als Korrespondentin der Augsburger Allgemeinen in München fängt der Tag oft anders an als in den Mantel-Ressorts der Zeitung im Medienzentrum in Augsburg-Lechhausen. Wie er beginnt, das hängt unter anderem von der Farbe der jeweiligen Woche ab – ob sie rot, gelb, blau oder weiß ist.

Um Irritationen zu begegnen: Es geht um den Bayerischen Landtag, der seine Arbeitswochen nach Farben ordnet. In Wochen, die rot gekennzeichnet sind, tagt zum Beispiel das Plenum. Ausschusssitzungen, Fraktionstagungen und Arbeitskreise finden in gelben Wochen statt, das Plenum kommt in diesen Tagen nicht zusammen. Reine Informationswochen sind im Kalender blau markiert. Und weiß? Weiß bedeutet für den Landtag ganz einfach freie Tage. 

Alle Volontäre im zweiten Jahr verbringen einen Monat im Korrespondentenbüro der Augsburger Allgemeinen in München

Wichtig für den Korrespondenten der Augsburger Allgemeinen, Uli Bachmeier, sind demnach vor allem die roten Plenarwochen. Hier trifft sich das bayerische Parlament – CSU und Freie Wähler, die Grünen, die AfD, SPD und FDP – um über Gesundheit, innere Sicherheit, Staatshaushalt, Digitales und viele andere Themen zu debattieren. Das Prinzip: Rede und Gegenrede, wobei sich die Redezeiten nach strengen Vorgaben richten. Wie viele Abgeordnete in einer Debatte also ans Mikrofon treten dürfen, ist unter anderem abhängig von der Größe der jeweiligen Fraktion.

So weit, so gut – könnte man meinen. Allerdings scheint sich besonders in dieser Wahlperiode die Stimmung im Landtag verändert zu haben. Das liegt, sind sich Politiker und Journalisten einig, vor allem an der AfD.

Im Bayerischen Landtag: Viele Abgeordnete und die Volontärin der Günter Holland Journalistenschule

Ein Beispiel von Mittwoch, 13. März. Nachdem eine Grünenpolitikerin und ein Abgeordneter von den Freien Wählern „zu ersten Lesungen zu Gesetzesentwürfen der Staatsregierung zum Finanzausgleichsänderungsgesetz 2019 und zum Haushaltsgesetz 2019/2020“ im Plenum gesprochen hatten, war die Geräuschkulisse normal laut, heißt: Rufe und Beschwerden einerseits, verhaltenes Klatschen, schrillende Pfiffe und Applaus auf der anderen Seite.

Dann kam ein Politiker der AfD. Man verweigere seiner Partei den Zugang zu Gremien und Institutionen, kritisierte er und sprach mit Blick auf das Parlament von „Wegmarken des Faschismus“. Die Bitte von Thomas Gehring, 2. Vizepräsident des Landtags, den Begriff „Faschismus“ zurückzunehmen, ignorierte er seinerseits. Stattdessen prangerte der AfD-Politiker den „neokapitalistischen Darwinismus“ an, den Deutschland beim Fachkräftemangel betreibe.  

Ein Abgeordneter: „Haben Sie den Haushalt überhaupt gelesen?“

Keine Reaktion. Der AfD-Politiker lenkte die Debatte auf das christliche Abendland, Sozialwohnungen und Kapitalismus.

AfD-Politiker: „Und dann komme ich zum Ende.“

Abgeordneter: „Gott sei Dank.“

Vizepräsident: „Ich bitte Sie nochmals, sich von dem Begriff ‚Faschismus‘ zu distanzieren.“

Wieder keine Reaktion.

Dafür erhielt besagter AfD-Politiker eine Rüge. Es ist die zweite für die Partei innerhalb von nur wenigen Wochen. Zuvor, so bestätigte ein Kollege des Münchner Korrespondentenbüros, habe es für Jahrzehnte keine einzige gegeben.

Mittendrin in den Münchner Demonstrationen: die Volontärin

Interessant ist der Korrespondenten-Job allerdings auch abseits des Bayerischen Landtags. Pressekonferenzen von Vereinigungen, Instituten und Unternehmen findet man im Redaktionskalender ebenso aufgelistet wie Versammlungen. Die Menschen bringen ihre Anliegen auf die Straße, wöchentlich finden in der Landeshauptstadt Demonstrationen etwa zum Klimaschutz oder Urheberrecht statt. Die Leute organisieren sich, solidarisieren sich. Sie marschieren in Paraden für ihr Lieblingshaustier, den Dackel, oder für die grüne Insel Irland zum St. Patrick’s Day. Und als Großstadtreporterin, gerüstet mit Stift und Block, marschiert man oft mittendrin.

Auch die St. Patrick’s Day Parade erlebte die Volontärin. Foto: Elisa-Madeleine Glöckner

Alles, was uns bewegt

Kaffee, Klatsch und Schnittlauchbrezen

Mittags, halb eins in Neuburg. Dirk nimmt ihn mit Süßstoff, Doro in klein und Orla mit sehr viel Milch. Kaffee. Wie Volontärin Elisa Glöckner in Neuburg die Mittagspause mit ihren Kollegen verbringt.


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Mittags, halb eins in Neuburg. Dirk nimmt ihn mit Süßstoff, Doro in klein und Orla mit sehr viel Milch. Kaffee. Jeden Tag macht sich die Redaktion der Neuburger Rundschau – oder zumindest ein Teil davon – auf in die Bäckerei Kaltenstadler, um dort gemeinsam die Pause zu verbringen. Die Redakteure der Lokalausgabe der Augsburger Allgemeinen gehen zu Fuß. Von der Redaktion zur Bäckerei sind es genau 68 Meter. Die Autorin hat nachgezählt.

Natürlich gibt es zum Kaffee nicht nur Milch, Zucker, wahlweise Süßstoff. Es gibt Schnittlauchbrezen. Was das Besondere daran ist? Tatsächlich nicht nur der Schnittlauch. Denn, wie Orla bemerkt, ist die Breze mit Frischkäse – und nicht wie üblich mit Butter – beschmiert. Nachteil der Schnittlauchbreze: Einmal verzehrt, bleibt das Gewächs oft sehr hartnäckig zwischen den Zähnen zurück. Unentdeckt kann der Schnittlauch dann zu peinlichen Situationen führen, zumal der Journalist auf den direkten Kontakt zu Menschen angewiesen ist. Und dennoch: Auf die Breze verzichten würde Orla nie.
Egal. Es gibt da nämlich noch etwas und das scheint am Ende interessanter als Kaffee und Kaltenstadlers Schnittlauchbrezen: der Klatsch.

68 Meter zum Kaffeeklatsch und zurück

Nein, keine Sorge, dabei handelt es sich nicht um Tratsch nach dem Vorbild einschlägiger Boulevardblätter. Eher eine Plauderei, eine Unterhaltung über die Ikonen des Lokaljournalismus, über Sport, Bekannte, die Familie, Sport, Geburtstagsfeiern, Sport, Kinder, die Gesundheit. Und außerdem: Sport.
Eine halbe Stunde verbringen die Redakteure der Neuburger Rundschau und die Volontärin der Günter Holland Journalistenschule im Kaltenstadler. Oft wird es länger. Danach geht es zurück in die Redaktion, zurück an die Arbeit. Es sind genau 68 Meter, die Autorin hat nachgezählt.