Archiv: 2019

Jeden Tag ein Abenteuer

Viel Trubel im Lokaljahr

Der Volontär filmt den Auftritt des Ministerpräsidenten. Foto: Jochen Aumann

Den Großteil des ersten Jahres verbringen die Volontäre der Günter Holland Journalistenschule in ihren Lokalredaktionen. Und dort ist eine ganze Menge zu tun und manchmal mehr los, als man denkt.

Im September vergangenen Jahres bekam ich mitgeteilt, dass ich mein Lokaljahr in Nördlingen absolvieren werde. Aus Augsburg, einer Stadt mit rund 300 000 Einwohnern, ging es für mich in eine mit 20 000 – ein kleiner Unterschied. So ganz wusste ich nicht, was mich in Nördlingen erwartet, dort, wo vor 15 Millionen Jahren ein Meteorit einschlug.

Was ist dort los, was passiert in Nördlingen? Kein Jahr später weiß ich: eine ganze Menge. Ein Großereignis war natürlich die Nördlinger Mess‘, noch dazu im Jahr des großes Jubiläums: Vor 800 Jahren wurde die Messe das erste Mal urkundlich erwähnt und das wurde entsprechend gefeiert. Was ich dort alles erlebt und zu tun hatte, kann man hier nachlesen.

Doch die Mess‘ war nicht die einzige Großveranstaltung, die ich in meinem Lokaljahr erlebt habe. Im September stand das Historische Stadtmauerfest an. Alle drei Jahre findet dieses in Nördlingen statt. Dann verwandelt sich der Ort im Ries in eine mittelalterliche Stadt.

Dass etwas Großes ansteht, habe ich in den Wochen vor Beginn des Festes gemerkt, die ersten Buden standen in den Straßen herum, Stahltribünen wurden am Marktplatz aufgebaut und viele Nördlinger ließDer Aufbau für das Stadtmauerfest. Foto: Treumannen sich einen Bart wachsen – so wie es sich vermeintlich für einen mittelalterlichen Menschen gehört – stimmt aber gar nicht, wie mein Kollege herausfand. Ein Glück für mich unbärtigen Volontär.

Auch der Volontär trägt ein historisches Gewand

Ich übernahm den Großteil der Berichterstattung. Das fing in der Vorbereitung an: Warum fand eigentlich zeitgleich auch in Dinkelsbühl ein historisches Fest statt? Wie läuft es mit dem Aufbau? Einen Tag bevor es losging, bin ich durch die Nördlinger Gassen gestreift, wo viele Ehrenamtliche alles für den großen Event vorbereiteten und umherwuselten.

 

An dem Freitag, als das Fest eröffnet wurde, war ich für die Videos zuständig. Wie so viele Besucher trug ich ein historisches Gewand, eine weite grüne Filzhose, ein einfaches Hemd – ohne fühle man sich etwas fehl am Platze, wurde mir in der Redaktion gesagt. Ein kurzes Video für Facebook, ein ausführlicheres für die Homepage, das waren meine Aufgaben für den Abend. Und ich filmte: wie die Knabenkapelle einmarschierte, Auftritte der Gaukler und anderer Gruppen, die Ansprachen des Herolds und des Oberbürgermeisters sowie die Salutschüsse.

Dann habe ich schnell das erste Video zusammengeschnitten, nur um festzustellen, dass der Akku von 100 auf zwei Prozent gesunken war – somit ging es für mich hurtig in die Redaktion zum Akku laden. Und um das zweite Video zu schneiden. Irgendwann am Abend war das auch erledigt. Feierabend.

Der Samstag bedeutete für mich, Material für eine Reportage zu sammeln, Fotos und Videos zu machen und den Facebook-Kanal der Rieser Nachrichten den ganzen Tag über zu bespielen: Das volle Programm eben. Am Morgen gab es eine sogenannte Gautschfeier einer Druckerei zu bestaunen, eine Taufe für all diejenigen Mitarbeiter, die bislang noch keinen Gautschbrief vorweisen konnten. Dabei haben die sogenannten Packer sich ihre Kollegen geschnappt, ihnen einen nassen gelben Schwamm ins Gesicht gedrückt und sie in einer kleinen Wanne untergetaucht. Einmal, zweimal, zehnmal. Es ist ein Brauch der Buchdrucker – oder der Anhänger der „schwarzen Kunst“, wie es dort hieß.

Der Volontär filmt den Auftritt des Ministerpräsidenten. Foto: Jochen AumannDoch das war nur ein Programmpunkt auf meiner Liste. Ich habe auf dem Stadtmauerfest eine echte Hochzeit erlebt – natürlich stilecht in historischen Gewändern -, habe eine Modenschau und einen Gottesdienst besucht. Dazu gab es Musik, der Dudelsack war ein häufiger akustischer Begleiter. Am Sonntag musste all das zusammengeschrieben werden – dazu standen noch ein Festumzug und der Besuch von Ministerpräsident Markus Söder an. Auch dessen Auftritt wurde natürlich gefilmt und verschriftlicht. Ein anstrengendes, aber spannendes Wochenende endete so.

 

Als Volontär durfte ich die Berichterstattung für die Donauries-Ausstellung organisieren

Wenige Wochen später ging es mit dem nächsten Großereignis weiter: der Donauries-Ausstellung. Eine Messe, ähnlich der Afa in Augsburg. 13 Hallen, viele Betriebe aus der Region stellten sich vor und zeigten ihre Produkte. Alle vier Jahre kommt die Messe nach Nördlingen. Meine Aufgabe war es, die gesamte Berichterstattung zu organisieren, jede Halle sollte drankommen.

Die Ausstellung fand in der Woche des Tags der deutschen Einheit statt, das hieß für mich: Weniger Erscheinungstage und weniger Ausgaben, in denen ich die Sonderseiten unterbringen konnte. Zunächst habe ich mir einen Überblick verschafft, wie viele Ausgaben stehen mir für die Berichterstattung zur Verfügung, wie viele Sonderseiten können wir pro Tag unterbringen? Dann teilte ich auf, welche der Hallen wann in der Zeitung erscheinen sollten.

Später ging es an die Einteilung der Redakteure und freien Mitarbeiter: Welche Hallen übernehme ich selbst, wer kann was schreiben? Bei der Einteilung der Mitarbeiter habe ich gemerkt: Genaue Instruktionen sind wichtig. Wie viele Zeilen Text, wie viele Bilder, bis wann muss er oder sie liefern. Dazu habe ich Fotografen eingeteilt, denn für jeden Tag haben wir eine Bildergalerie benötigt.

Sogar ins Stadtmauerfest-Buch hat es der Volontär geschafft

Wenn die Texte eingetroffen waren, musste ich sie redigieren, bei manchem Autor noch einmal einige Zeilen nachliefern lassen, wenn er nicht genügend geschickt hatte. Dazu kam das Bauen der Sonderseiten und – nicht zu vergessen – das Schreiben meiner eigenen Texte. Als all das erledigt war, war die Ausstellung auch schon vorüber, ein Fazit musste noch her.

Der Nördlinger Volontär ist auch im Buch zum Stadtmauerfest vertreten. Foto: Treumann

Viel Arbeit und viel Vorbereitung waren hierfür nötig, doch es hat sich gelohnt: Alles lief glatt, alle Texte kamen an und alle Seiten erschienen wie geplant.

Jetzt ist erstmal Pause, denn irgendwann gehen auch Nördlingen mal die Großereignisse aus. Ach halt, da steht im kommenden Frühjahr ja noch diese Kommunalwahl mit vier OB-Kandidaten an…

PS: Im Dezember wurde das Stadtmauerfest für mich noch einmal zum Thema  – die Vorstellung des offiziellen Buchs zum Fest stand an. Ich saß im Rathaus, schrieb mit und plötzlich sagte der Pressesprecher der Stadt Nördlingen zu mir: „Herr Treumann, Sie sind ja auch drin abgebildet.“ Tatsache, auf einem Bild zur Eröffnung bin ich mit meinem historischen Gewand mitten in der Menge zu sehen, wie ich filme. Auch auf anderen Seiten bin ich manchmal im Hintergrund zu entdecken. Lokaljournalismus heißt eben: Mittendrin statt nur dabei zu sein. 

Alles, was uns bewegt

Mehr als nur ein gewöhnlicher Termin

Der Alltag eines Journalisten findet nicht nur am Schreibtisch statt: In meiner Zeit als Volontärin in der Lokalredaktion der Augsburger Allgemeinen in Gersthofen habe ich häufig Gesprächstermine vor Ort übernommen. Viele unterhaltsame Gespräche waren dabei, aber auch solche, die lange Zeit danach noch zum Nachdenken anregen.

Als Volontärin der Augsburger Allgemeinen haben mich Gesprächstermine während meines ersten Ausbildungsjahres in der Lokalredaktion Augsburg Land immer wieder an die wundersamsten Orte gebracht: So habe ich zum Beispiel ein Interview zwischen wertvollen Kunstwerken geführt und nach einer launigen Feier einem Mann, der bereits genüsslich an seinem Gläschen Sekt nippte, ein Zitat abgerungen. Oder – und das war häufig Teil meines Alltags – ich habe einer Erzieherin inmitten lärmender Kinder eine Aussage entlocken wollen. Erwartungsgemäß gestaltete sich das schwierig. Besonders berührt haben mich in den vergangenen elf Monaten aber zwei Gesprächspartner, die mich tief in ihre Privatsphäre gelassen haben: in ihr Wohnzimmer.

Das gesamte Jahr über veröffentlichten wir bei uns in der Lokalausgabe die Serie „Hausbesuche“. Wie der Name schon sagt, besuchten wir Menschen aus dem Landkreis Augsburg, die besonders leben. Das kann eine lustige Sammellust sein, die sich im Haus widerspiegelt. Genauso habe ich aber auch Menschen in ihrem Zuhause besucht, deren Leben durch Schicksalsschläge nachhaltig verändert wurden. Die Gespräche mit ihnen sind mir auch Monate später nicht aus dem Kopf gegangen. Der Einblick in ihr Privatleben und ihre Ehrlichkeit mir gegenüber, einer fremden Reporterin, haben mich sehr beeindruckt.

Zu Besuch bei einer schwerbehinderten jungen Frau 

So bin ich relativ am Anfang meines Volontariats bei Franziska Ottlik daheim gewesen. Franziska ist 25 Jahre alt und schwerbehindert. Sie ist halbseitig gelähmt, leidet unter Spastiken, Epilepsie und zudem an Dyspraxie – einer Koordinationsstörung, bei der ihr Gehirn nicht weiß, wo sich der Körper befindet. Betroffenen fällt es schwer, sich so zu bewegen, wie sie es wollen. Schon seit Jahren schreibt sie eine Kolumne für die Jugendseite der Augsburger Allgemeine. Bislang kannte ich aber nur ihr Bild. Umso gespannter war ich, sie endlich persönlich kennenzulernen.

Als ich an der Tür ihrer Wohnung in Gersthofen klopfte, hörte ich von drinnen nur aufgeregtes Rufen. Ich wurde nervös – was erwartet mich in einem Gespräch mit einer schwerbehinderten Frau, die sich nicht mit Worten artikulieren kann? Wie reagiere ich auf sie? Ich wollte ihr auf keinen Fall das Gefühl geben, dass ich mich unwohl fühle. Schließlich öffnet sich die Tür und Franziska steht im Türrahmen, mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Ihr Gang wirkt abgehackt, ihre Hand zieht sie angewinkelt an ihren Körper. Wegen der Spastiken hat Franziska Schwierigkeiten, sich frei zu bewegen. Trotzdem streckt sie mir sofort die Hand zur Begrüßung hin. Ohne, dass wir uns in die Augen blicken, schütteln wir uns kurz die Hand – bevor die Situation aber unangenehm werden kann, erscheint hinter ihr ihre Betreuerin Margit. Franziska lebt mit einem Autisten in einer WG, mehrere Betreuer sind rund um die Uhr für die beiden da.

Hausbesuche bei Franziska Ottlik. Franziska Ottlik aus Gersthofen ist halbseitig gelähmt und leidet an Epilepsie. Trotzdem sieht es bei ihr zu Hause nicht viel anders aus als bei anderen 25-Jährigen.

Franziska führt mich ins Wohnzimmer, vorbei an einem Medizinschrank, der im Flur steht. Aber auch an bunten Bildern und Fotos, die an der Wand hängen. Eigentlich sieht es nicht viel anders aus als in einer normalen WG, denke ich mir im ersten Augenblick. Im Gespräch mit ihr wird dieser Eindruck bestätigt. Zwar ist Franziska stark beeinträchtigt, hat aber die gleichen Wünsche und Hoffnungen wie jede andere 25-Jährige: Konzerte, Reisen, Freundschaften pflegen. Der Unterschied: Sie ist immer in Begleitung ihrer Betreuer, umso inniger und vertrauter erscheinen Margit und Franziska im Gespräch.

Mit vielen Eindrücken und großem Respekt vor der Lebensfreude Franziskas verabschiede ich mich nach einer Stunde. Den Text für den Artikel kann ich nicht sofort niederschreiben, wie ich es sonst mache. Zu eindringlich war das Gespräch.

Ein blinder Mann erklärt mir seine dunkle Welt 

Eine ähnlich berührende Erfahrung hatte ich wenige Wochen später, als ich Alfred Schwegler kennengelernt habe. Er ist seit vielen Jahren blind und lebt mit seiner Frau Gerlinde zusammen. Auch dieses Mal sitze ich in ihrem Wohnzimmer. Ein Zimmer, das geschmückt ist mit Fotos der Kinder. Kinder, die er nie richtig gesehen hat. „Ich habe auf meinen Sohn als Baby noch alleine aufgepasst“, erinnert sich der 63-Jährige an die Anfangszeit zurück. Wie die beiden jüngeren Söhne aussehen, weiß er allerdings nicht, seine Augenerkrankung war zu dem Zeitpunkt schon zu weit fortgeschritten. Dieser Satz, den er mir im Vorbeigehen  sagt, bleibt mir das gesamte Gespräch über im Kopf. Wie ist es, seine eigenen Kinder nicht zu sehen, sondern nur noch hören zu können? Für mich unvorstellbar.

Seit vielen Jahren hilft er auch Menschen, die bald erblinden, den Übergang in die Dunkelheit zu erleichtern. Seine Worte zeigen viel Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Angst vor dem Unbekannten und helfen auch mir, die Scheu vor seiner Erblindung zu verlieren. Ich merke, wie er mir gegenüber immer offener wird und aus seinem Leben erzählt. Besonders berührt hat mich der Umgang zwischen ihm und seiner Frau, die ihn immer wieder an der Hand durch seinen Garten führt. Denn obwohl er seit Jahren nichts mehr sieht, pflegt er diesen noch immer alleine.

Alfred Schwegler ist blind, kennt sich trotzdem bestens in seinem Garten aus. In manchen Momenten muss ihn trotzdem seine Frau Gerlinde an der Hand führen.

Zwar bin ich nach solchen Terminen emotional immer völlig geschafft und geplättet. Dennoch nehme ich auch viel für mich mit und freue mich, dass mir fremde Menschen so einen privaten Einblick in ihr außergewöhnliches Leben gegeben haben.

Fliegendes Klassenzimmer

Volontärinnen sprechen auf dem schwäbischen Lehrermedientag

Zwei Volontärinnen erklärten Lehrern beim schwäbischen Lehrermedientag, was Fake News sind und wie sie Schülern im Unterricht helfen können, Fake News zu entlarven. Sie stellten Programme vor, die dabei helfen können, und erzählten von ihrem Alltag als Volontäre der Günter Holland Journalistenschule.

Was sind eigentlich Fake News? Wie unterscheiden sie sich von seriösen Inhalten? Wie kann ich sie entlarven? Und welche Werkzeuge können dabei helfen? Über all diese Fragen habe ich mit meiner Volo-Kollegin Leonie auf dem schwäbischen Lehrermedientag gesprochen. Wir haben dort zusammen einen 90-minütigen Workshop für Lehrer veranstaltet und darin über die Definition, die Gefahren und die Ziele von Fake News gesprochen.

Wir beide hatten schon auf unterschiedliche Art und Weise mit Fake News zu tun. Unter anderem waren wir für die Augsburger Allgemeine beide auf dem TechCamp an der Akademie für politische Bildung in Tutzing, einem dreitägigen Seminar rund um das Thema Fake News und Faktenchecking. Für ein Projekt, das wir dort entwickelt haben, haben wir sogar einen Preis bekommen.  

Volontärinnen erklären, was Fake News sind 

Der Lehrermedientag findet einmal im Jahr statt. 2019 nahmen mehr als 370 Pädagogen aller Schularten aus ganz Schwaben teil. Das Thema der Veranstaltung: Wie digital kann Schule sein und welche Werte gelten in einer digitalen Gesellschaft? In diesem Jahr war der Lehrermedientag erstmals Teil einer dreitägigen Bildungsmesse, EDUswabia 2019, die in Zusammenarbeit mit der Augsburger Allgemeinen ausgerichtet wurde. Lehrer aller Schularten hatten am Berufsschulzentrum Neusäß die Gelegenheit, sich in 50 Workshops mit den neuesten Entwicklungen in der digitalen Welt auseinanderzusetzen.

In unserem Workshop über Fake-News wollten wir den Lehrern zuallererst erklären, was Fake News eigentlich sind. Denn international gibt es verschiedene Definitionen des Begriffs. Wir beziehen uns auf eine Erklärung der Europäischen Kommission: Fake News sind „nachweislich falsche oder irreführende Informationen, die mit dem Ziel des wirtschaftlichen Gewinns oder der vorsätzlichen Täuschung der Öffentlichkeit vorgelegt und verbreitet werden und öffentlichen Schaden anrichten können“.

Wie arbeiten eigentlich Redakteure und Volontäre?

Damit die Lehrer den Unterschied zwischen Fake News und seriös recherchierten Fakten noch besser verstehen, haben wir ihnen deshalb erklärt, wie professionelle Volontäre und Redakteure arbeiten und an welche Qualitätskriterien sie sich halten. Wichtig ist zum Beispiel, dass eine Information immer von mindestens zwei Quellen bestätigt sein sollte. Zudem gilt: Wahrheit ist wichtiger als Aktualität.

Leonie Küthmann (links) und Maria Heinrich auf dem Lehrermedientag. Bild: Ulrich Wagner

Darüber hinaus ging es in dem Fake-News-Workshop auch darum, wie Schüler heutzutage eigentlich Nachrichten konsumieren. Hier konnte Leonie ihr Wissen vom Schülermedientag einbringen, der ebenfalls von der Augsburger Allgemeinen veranstaltet wird und der im Mai stattfand. Sie erklärte den Lehrern, dass Jugendliche sich heutzutage fast ausschließlich in sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook, Snapchat oder WhatsApp bewegen. Sie kommen dort auf unterschiedliche Art und Weise mit Fake News in Berührung. Eine der beliebtesten Apps unter Teenagern ist TikTok, eine Plattform, auf der sie kurze Videoschnipsel posten. Viele Schüler berichteten außerdem, dass sie kaum noch Zeitung lesen und dass sie fast alle Nachrichten aus sozialen Netzwerken beziehen.

Im Gegensatz zu ihren Schüler waren dagegen viele Lehrer in unserem Workshop nur vereinzelt bis gar nicht Mitglieder in sozialen Netzwerken. Doch sie waren neugierig und wollten lernen, wie zum Beispiel Instagram funktioniert und wie sich auf Facebook und Youtube Fake News verbreiten können.

Programme helfen, Fake News im Internet aufzudecken

Besonders groß war bei den Teilnehmer die Nachfrage nach Hilfsmitteln und Tools, die beim Erkennen von Fake News helfen können. Im Internet gibt es zum Beispiel viele hilfreiche Werkezeuge. Eines davon ist die Bilder-Rückwärtssuche. Mithilfe dieser Funktion kann man herausfinden, wo ein Foto bereits überall hochgeladen wurde und wer das Foto ursprünglich verbreitet hat. Eine ähnliche Funktion gibt es auch für Videos.

Wir haben aber auch Programme vorgestellt, die anzeigen, ob und wie ein Foto manipuliert und bearbeitet wurde. Interessant fanden die Teilnehmer außerdem die Webseiten, auf denen alte Internetseiten archiviert werden und die den Webseitenbetreiber ausfindig machen. Solche Programme und Tools lassen sich leicht in den Unterricht einbauen, wenn die sie Schüler selbst ausprobieren und damit Fakten und Fake News überprüfen können.

Die Referentenpässe für den Lehrermedientag. Bild: Maria Heinrich