Nach Redaktionsschluss

Tolle Volo-Skitour trotz Pannen

Bevor sich der Winter verabschiedet, wollten drei Jungvolontäre der Günter Holland Journalistenschule jetzt noch einmal seine schönsten Vorzüge genießen: Brigitte Mellert, Daniel Weber und Tom Trilges fuhren nach Hochfügen ins Zillertal. Früh aus den Federn und ab mit dem Auto in die Berge Tirols. Sogar miteinander gesprochen wurde auf der Fahrt – bei einem Start […]

Bevor sich der Winter verabschiedet, wollten drei Jungvolontäre der Günter Holland Journalistenschule jetzt noch einmal seine schönsten Vorzüge genießen: Brigitte Mellert, Daniel Weber und Tom Trilges fuhren nach Hochfügen ins Zillertal. Früh aus den Federn und ab mit dem Auto in die Berge Tirols. Sogar miteinander gesprochen wurde auf der Fahrt – bei einem Start um 7 Uhr keine Selbstverständlichkeit, saß doch Morgenmuffel Tom Trilges am Steuer. Schnell konnten alle vom stressigen (aber freilich wunderschönen) Volo-Alltag bei der Augsburger Allgemeinen abschalten.

Ohne Skier fährt es sich schlecht

Um Punkt 10 Uhr standen die drei Sportoholics wie geplant auf der Piste, bis dahin hätte es nicht besser laufen können. Pünktlichkeit ist für AZ-Volos ja ohnehin eine selbstverständlich und selbst in der Freizeit färben die Unternehmenstugenden offensichtlich schon im besten Sinne ab. Allerdings ist ein Ausflug bekanntlich erst dann ein richtig guter, wenn er auch an der ein oder anderen Stelle vom Plan abweicht. Gesagt, getan: Oben auf dem Gipfel angekommen, stürzte sich Tom Trilges gleich mal wagemutig den Hang hinab. Doof nur, dass er seine Bindungen nicht richtig gecheckt hatte. Am hohen Tempo änderte das für einige Sekunden zwar nichts, unglücklicherweise waren ihm aber nach wenigen Metern die Bretter unter den Füßen abhandengekommen. Und so staunten die Kollegen Mellert und Weber nicht schlecht über diesen Kerl, den sie da auf der Piste herumrollen sahen, bis er schließlich nach geschätzten 50 Metern zum Liegen kam.

Berg hochstapfen statt herunterfahren

„Nix passiert“, sagte Trilges dann zwar zu den anderen beiden, als die ihn erreichten. Trotzdem gehört so viel Dummheit selbstverständlich bestraft. In diesem Fall hieß das: die ganze Strecke mit den falsch eingestellten Skiern wieder hochstapfen, während Mellert und Weber schon freudig ihre Schwünge ins Tal zogen. Oben schweißnass angekommen, traf Trilges auf einen außerordentlich verständnisvollen Mitarbeiter am Lift. „Naa, des geht net“, antwortete er in feinstem Tiroler Dialekt auf meine Frage, ob ich denn freundlicherweise ausnahmsweise mit dem Sessel wieder herunterfahren dürfe. Nach reichlich Überzeugungsarbeit ließ sich der Mann dann doch breitschlagen – wobei er seither nicht mehr sonderlich gut auf Trilges zu sprechen sein dürfte.

Lieber Germknödel als Aprés-Ski

Eine halbe Stunde und etliche Flüche von Trilges später war dann alles bereitet: Es konnte losgehen – zum zweiten Mal. Der Ärger verflog in der Folge schnell, zu traumhaft die fast einsamen Skipisten in Hochfügen an diesem Tag. Gegen 13.30 Uhr waren die Kräfte dann so weit geschwunden, dass die Jungvolos sich eine wohlverdiente Hüttenpause gönnten. Laut dröhnten Aprés-Ski-Hits aus einem Pavillon. „Na, wie sieht’s aus?!“, fragte Trilges mit glänzenden Augen. Die für ihre besonnene Art unter den Kollegen geschätzten Mellert und Weber wussten Trilges gekonnt zu bremsen, sodass sich alle wenig später im Inneren der Hütte – dem ungleich gediegeneren Teil – wiederfanden.

„Eberhard“ mag Skifahrer wohl nicht

Gut gestärkt mit Nudeln, Gulaschsuppe beziehungsweise Germknödel sollte später die zweite Etappe beginnen. Ein Herr Namens „Eberhard“ wusste dies jedoch zu verhindern: Der Sturm blies am Nachmittag derart stark, dass um 15 Uhr Schicht im Schacht war mit den Bergfahrten. Während Mellerts leicht angeschlagene Knie sicherlich eher wenig trauerten, waren Weber und Trilges doch recht enttäuscht über das jähe Ende des Skitages und damit der ganzen Wintersport-Saison. Um den Gästen den Abschied ein wenig zu erleichtern, spielten die Wirte in ihren Hütten im Tal dann allerdings gekonnt ihre Top-Ten-Rausschmeißer-Songs mit Schmankerln wie „Atemlos“ oder „Cowboy und Indianer“ – das Umziehen dauerte folglich gefühlte 30 Sekunden. „Bloß weg hier“, sagte Weber zu den anderen beiden mit einem Augenzwinkern.

Zufrieden und mit besten Aussichten zurück in Augsburg

Nach einer reibungslosen Rückfahrt ins bayerische Schwabenland kamen Mellert, Weber und Trilges trotz aller Widrigkeiten und akustischen Zumutungen merklich entspannt und zufrieden an. Das lag neben dem tollen Tag vermutlich an der Aussicht auf die besten Arbeitsplätze der Welt, die die drei ab dem darauffolgenden Montag wieder beziehen durften. Für den kommenden Winter sucht der „Volo-Skiclub“ übrigens noch Verstärkung, dann soll es zum Tourenwandern gehen. Fest steht schon jetzt, dass Tom Trilges sein Material dann im Vorfeld genaustens unter die Lupe nehmen wird.

Jeden Tag ein Abenteuer

Helau, der Volontär feiert Rosenmontag!

Der Rosenmontag ist auch im bayerisch-schwäbischen Donauwörth ein großes Event. Bild: Alexander Millauer

Den größten Teil des ersten Jahres Jahr absolvieren die Volontäre der Günter Holland Journalistenschule im Lokalen. In den bayerisch-schwäbischen Orten ist der Fasching dort oft ein wichtiger Bestandteil im Jahreskalender. Auch die Redakteure schließen sich dem bunten Treiben gerne an, wie Volontär Alexander Millauer festgestellt hat

Wer denkt, der Rosenmontag wäre sei nur im Rheinland ein Tag im Ausnahmezustand, der hat sich wohl noch nie in bayerisch-schwäbischen Gefilden aufgehalten. Gefühlt hat die halbe Stadt Donauwörth – eine ein Ort mit rund 20.000 Einwohnern nahe Augsburg, in dem ich mein erstes Jahr des Volontariats absolviere – heute frei. Nur wir Zeitungsmenschen scheinen zu arbeiten – den Spaß am Fasching lassen wir uns trotzdem nicht nehmen. Schon beim Bäcker, bei dem ebenfalls gearbeitet wird und wo ich mich standesgemäß mit Krapfen für die ganze Redaktion ausstatte, erblicke ich morgens um 10 die ersten kostümierten Gestalten.

Die Redaktion ist verkleidet

Und auch meine Kollegen schlüpfen heute in andere Rollen. Der Chef vom Dienst ist heute ein Malle-Urlauber, die Sekretärin erscheint im Wild-West-Outfit, die Chefin kommt mit Strohhut zur Arbeit, und ich berichte heute im 80er-Jahre-Style. Ohne Verkleidung würde ich an diesem Tag aber auch wirklich auffallen. Schließlich spricht mein Terminkalender eine klare Sprache: In Donauwörth wird Tandlerfasching gefeiert – Tausende strömen verkleidet in die Stadtmitte. Auf der Bühne tanzen Showtänzer und Gardemädchen aus ganz Bayern. Sogar das Prinzenpaar aus München ist angereist. Es ist das größte Gardetreffen im süddeutschen Raum. Unten vor der Bühne wird kräftig gefeiert – um 12 Uhr geht die Party los, und bis in die späten Abendstunden stoßen die Donauwörther auf den Rosenmontag an.

Redakteure und der Volontär feiern den fasching standesgemäß in bunten Outfits. Foto: Manuel Wenzel

Im besten Fall bedient man der Volontär alle Kanäle – von Online-Videos bis zum Print-Artikel

Für mich als Volontär ist das die erste Bewährungsprobe. Wichtigste Arbeitsutensilien an diesem Tag: Smartphone und Kamera. Denn das Interview mit dem Präsidenten des Donauwörther Faschingsvereins, gibt es nicht nur am nächsten Tag in der Zeitung zu lesen – sondern bereits um kurz vor 12 Uhr live auf Facebook zu sehen. Auch darauf werden wir Volontäre geschult, möglichst crossmedial zu arbeiten und alle Kanäle zu bedienen. Viele, die noch auf der Arbeit sind, klicken rein und sammeln online die ersten Eindrücke.
Die nächsten Stunden gleichen einem Etappenlauf. Überall entdecke ich kreativ verkleidete Menschen – von Obelix bis zum Pfarrer. Der Satz, den ich heute am häufigsten benutze ist so kurz wie effektiv: „Darf ich schnell ein Foto von Ihnen machen?“ Und zack, sind die ersten 100 Bilder gespeichert. Flink eile ich die wenigen hundert Meter in die Redaktion zurück, um die erste Bildergalerie anzulegen.
Stressig kann es da schon mal werden, wenn man sich um Videos, Fotos und den Text gleichzeitig kümmert. Schlechte Laune kann bei den ganzen vielen gut gelaunten Menschen aber besonders an diesem Tag gar nicht aufkommen. Und Zeit, um mit den Kollegen Krapfen zu essen, bleibt immer noch genug.

Nach Redaktionsschluss

Über Volos und die Welt

Kleine Stärkung nach der Diskussion. Elisa Glöckner, Mareike König und Jonas Voss. Foto: Leonie Küthmann

Es gibt viel zu tun für die Altvolos: In der Zentrale der Augsburger Allgemeinen lernen wir die Mantelressorts kennen – und brauchen den ein oder anderen Abend, um uns darüber auszutauschen. Das geht bei Podiumsdiskussionen ebenso gut wie beim Burgeressen.

Themen recherchieren, Porträts schreiben, Online-Artikel aufbereiten – ja, wir Altvolos der Günter Holland Journalistenschule  sind schon im ersten Monat in der Zentrale voll im Einsatz. Jeder will sich in einem anderen Ressort beweisen, jeder weiß aber auch, dass die nächste Station höchstens vier Wochen entfernt ist. Sich von dem jeweiligen Vorgänger-Volo Tipps zu holen ist nötig, um das Überleben zu sichern. Zumindest fühlt man sich manchmal so.  Sich im Haus ausführlich auszutauschen, ist aber quasi unmöglich – weil jeder irgendwo anders ist, andere Termine und Tagesabläufe hat. Der nach Austausch lechzende Volo schreibt also in einschlägige Whatsapp-Gruppen mit dem raffinierten Namen – „Volos“ – und lädt zur gemeinsamen Unternehmung.

Gemeinsamer Volo-Abendtermin: eine Podiumsdiskussion mit Kurt Gribl, Axel Piper und Sina Trinkwalder

Einer unserer gemeinsamen Abendtermine fand vor kurzem in Augsburgs Zentrum statt: eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Über Gott und die Welt“. Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, der Neu-Augsburger und Regionalbischof Axel Piper sowie die Augsburger Unternehmerin Sina Trinkwalder beschäftigten sich mit allen möglichen Themen rund um Politik und Gesellschaft, vor allem aber rund um Augsburg.Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl, Unternehmerin Sina Trinkwalder und Regionalbischof Axel Piper (v.l.) diskutieren. Foto: Leonie Küthmann

Zu Beginn der Podiumsdiskussion sprach Axel Piper ein Thema an, das auch die Augsburger Allgemeine in den vergangenen Monaten viel beschäftigt hat: der Brief eines Lesers der Süddeutschen Zeitung. Inhalt in Kurzform: „Die Augsburger sind die unfreundlichsten Menschen, die ich je kennengelernt habe.“ Piper, der seit wenigen Wochen in Augsburg wohnt, sagt dazu nur recht trocken: „Wer die Augsburger nicht nett findet, soll mal einen grantigen Oberbayern kennenlernen.“

Aber irgendwie kommt Augsburg nicht immer so gut weg wie bei Piper: „Augsburg wurde in allen Punkten schlechtgeredet“, sagt Oberbürgermeister Kurt Gribl auf die Frage, weshalb er damals in die Politik gegangen sei. Dass Augsburg immer negativ gesehen wurde, habe ihn „angekäst“. Und auch Sina Trinkwalder schimpft: „Alle dreschen immer auf die Fuggerstadt ein.“ Ihr Unternehmen manomama produziert umweltfreundlich in der Region und beschäftigt dabei Menschen, die auf dem gängigen Arbeitsmarkt kaum Chancen hätten. Sina Trinkwalder hat über ihr Unternehmen und ihre Philosophie mehrere Bücher geschrieben und gilt als jemand, der kein Blatt vor den Mund nimmt.

Als Volo der Günter Holland Journalistenschule freut man sich über jedes autorisierte – und nicht veränderte – Interview

Ich persönlich durfte das schon in meinem Lokaljahr bei der Mindelheimer Zeitung erleben: Sina Trinkwalder sollte einen Vortrag in Mindelheim halten und ich sie vorab interviewen. Problem: Sie war damals sehr, sehr erkältet – das Interview am Telefon fand trotzdem statt. Viele markige Sprüche, Thesen, die sicher nicht jedem gefallen – so sah das Interview am Ende aus und ich hatte etwas Angst, dass Sina Trinkwalder das so nicht autorisieren würde. Aber im Gegensatz zu vielen Politikern und Amtsträgern, die gerne mal so verfahren, kam von Sina Trinkwalder nur eine Mail: „Alles wunderbar! Lg Sina Trinkwalder“. Ein entspannter Tag im Leben eines Jungvolo.

Aktuelles Top-Thema bei den Altvolos: der Einsatz in der Zentrale der Augsburger Allgemeinen

Auch bei der Podiumsdiskussion wurde viel debattiert – zumindest unter den drei Gästen. Der Rest des Publikums hielt sich der Fragerunde sehr zurück. Zugegebenermaßen waren wir Volos auch nicht so diskussionsfreudig, wie man uns sonst kennt. Das haben wir eine Woche später beim gemeinsamen Burgeressen nachgeholt – und tatsächlich ging es auch bei uns um „Gott und die Welt“: Sollte man Weihnachten feiern, wenn man aus der Kirche ausgetreten ist? Was spricht für eine Pille für Männer? „Rettet die Bienen“ – sinnvolles Volksbegehren zum Artenschutz oder vollkommen falsch aufgezogen? Und natürlich haben wir uns auch ausgetauscht: über Geschichten, die wir gerade für die Augsburger Allgemeine  recherchieren, kleine Fettnäpfe, die man vermeiden sollte, und vor allem über die Frage: „Was erwartet mich im nächsten Monat in Ressort XY?“ Wir werden sicher ausführlich auf Heimatfieber darüber berichten.Wer viel arbeitet, muss auch ordentlich essen. Burger zum Beispiel. Foto: Leonie Küthmann